"Presse"-Kommentar: Ausgebremst: Die OMV und ihr alter Erzfeind (von Franz Schellhorn)

Ausgabe vom 18. Juli 2003

Wien (OTS) - Jetzt haben wir den sprichwörtlichen Scherm' auf: Der heimische Mineralölkonzern OMV hat bei der Privatisierung eines osteuropäischen Konzerns wieder einmal den Kürzeren gezogen. Klassisch ausgebremst wurde der größte Industriekonzern des Landes dieses Mal in Kroatien. Ein Viertel-Anteil des dort ansässigen Ölkonzerns INA wurde verkauft, und zwar an die ungarische MOL.
Für die OMV-Führung ist es gewiss höchst peinlich, dass sie ausgerechnet der Erzfeind MOL neuerlich vorführt. Schon vor drei Jahren haben die Ungarn der OMV die nur einen Steinwurf von Wien entfernt liegende slowakische Raffinerie Slovnaft weggeschnappt. Wurde die OMV damals noch als "Ankündigungsriese und Umsetzungszwerg" verlacht, hält sich die Schadenfreude nun in Grenzen.
Und zwar aus folgenden Gründen: Erstens haben die Osteuropäer längst bewiesen, dass sie in der großen Welt des Kapitals keine Bloßfüßigen sind und mit den Unwägbarkeiten des Ostens am besten vertraut sind. Zweitens liegt "Ost kauft Ost" im Trend. Drittens hat die MOL einen schwer überhöhten Preis für den Sanierungsfall INA bezahlt. Viertens hat die OMV wohl bald die Chance, bei der zweiten Privatisierungsrunde der INA günstiger zuzuschlagen.

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