Weinzinger: Neue EU-Tiertransportregelung missachtet EU-Parlamentsbeschluss

Kein Ende des Tierleids beim Transport abzusehen

Wien (OTS) "Der Verordnungsentwurf für Tiertransporte seitens der EU-Kommission widerspricht der Entschließung des Europäischen Parlaments und bringt nur geringfügige Verbesserungen für die Tiere beim Transport", kritisiert Brigid Weinzinger, Tierschutzsprecherin der Grünen. Nach dem Vorschlag der Kommission müssen nach einer Fahrzeit von neun Stunden zwölf Stunden Ruhezeit eingelegt werden. Dann kann wieder neun Stunden gefahren werden, danach müssen wieder zwölf Stunden Pause eingelegt werden und dies ohne jede Begrenzung. Die Entschließung des EU-Parlaments dagegen sah nur eine Gesamtfahrzeit (!) von maximal acht Stunden vor. Positiv am Entwurf sei, dass es mehr Platz für die Tiere sowie eine Schulung des Personals geben soll.

Alle bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass mangelhaft bis gar nicht kontrolliert und die derzeitige EU-Tiertransport-Richtlinie kaum umgesetzt wird sowie die Transportpläne nicht eingehalten werden. Außerdem würden Tiere transportiert, die aufgrund von Krankheit, Verletzungen während des Transportes oder Trächtigkeit gar nicht transportiert werden dürften. "Eine unbegrenzte Fahrzeit wird so umso mehr zu einer Qual für die Tiere", so Weinzinger.

"Während man auf EU-Ebene bereits an einer Novellierung der EU-Tiertransport-Richtlinie arbeitet, sind in Österreich noch nicht einmal die alten Richtlinien aus 91 und 95 umgesetzt", kritisiert Weinzinger das Verkehrsministerium, das bei der Umsetzung der bisherigen EU-Tiertransport-Richtlinie mehr als säumig war. Damit habe sich Österreich sehr weit von seinem Anspruch als 'EU-Vorreiter' wegentwickelt und sei zu einem EU-Nachzügler geworden. Zu befürchten sei, dass auch die neue EU-Richtlinie wieder viel zu langsam umgesetzt wird. "Die Bundesregierung soll endlich die derzeitige EU-Tiertransport-Richtlinie umsetzen und auf EU-Ebene die Entschließung des Europäischen Parlaments unterstützen", fordert Weinzinger.

Ein wesentlicher Grund für den Export von Lebendtieren seien die EU-Exportsubventionen, erklärt Weinzinger. Zwar wurden seitens der Kommission die Ausfuhrsubventionen für Schlachttier-Exporte in Drittländer gestrichen, allerdings ist der Export von Schlachttieren aus der Union nach Ägypten und in den Libanon davon ausgenommen. Ein großer Teil der Schlachttierexporte gehe aber nach Ägypten und in den Libanon. "Daher bringe diese Maßnahme zu wenig, um die Leiden der Tiere zu verringern", so Weinzinger.

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