ÖAAB präsentiert Behindertencharta

Selbstbestimmte Lebensführung im größtmöglichen Ausmaß in Behindertenpolitik verwirklichen

Wien, 17. Juli 2003 (ÖVP-PK) Der Bundesobmann und der Generalsekretär des ÖAAB, Abg.z.NR Dr. Werner Fasslabend und Abg.z.NR Mag. Walter Tancsits, zogen heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem Behindertensprecher der ÖVP, Abg.z.NR Dr. Franz-Joseph Huainigg, Zwischenbilanz über die Arbeit der letzten Monate und präsentierten die neu erarbeitete Behindertencharta des ÖAAB. "Der ÖAAB als Arbeitnehmerorganisation hat sich das Ziel gesetzt, die Frage der Integration Behinderter in den Arbeitsprozess, aber auch in die Bereiche Freizeit und Wohnung zu seinem besonderen Thema zu machen", so Fasslabend. Das ausgearbeitet Papier ginge nicht nur auf kurzfristige Problemstellungen ein, sondern bringe längerfristige politische Zielsetzungen der Behindertenpolitik zum Ausdruck. ****

Ausgehend vom Menschenbild der ÖVP, das den eigenverantwortlichen Bürger im Vordergrund habe, "ist es bei uns auch Ziel der Behindertenpolitik, nicht den bloßen Fürsorgegedanken in den Vordergrund zu stellen, sondern die selbstbestimmte Lebensführung im größtmöglichen Ausmaß auch in der Behindertenpolitik zu verwirklichen", sagte der ÖAAB-Bundesobmann.

Eine vor kurzem durchgeführte Mikrozensus-Erhebung habe ergeben, dass mehr als 2,1 Millionen Menschen in Österreich eine körperliche Beeinträchtigung aufwiesen. "Das heißt, die Frage der Behinderung ist absolut kein Randthema, sondern eine eminent wichtige Fragestellung, der wir uns auch in ihren Teilaspekten und Differenzierungen zu stellen haben", erläuterte Fasslabend. Selbst, wenn man den Kreis der Schwerstbetroffenen sehr eng ziehe, komme man auf eine Anzahl von 100.000 Menschen, die entsprechenden Förderbedarf aufwiesen.

Ziel des ÖAAB sei es, einen möglichst großen Teil der Menschen mit Behinderung so in die Gesellschaft zu integrieren, dass sie ihr Leben selbstständig führen könnten, "und das ist natürlich gerade im Arbeitsleben nicht ganz einfach", so Fasslabend. Daher müsse man schon bei der Ausbildung ansetzen und sich insbesondere auch mit der Fülle von Problemen, die die Übergänge vom Leben in einem "geschützten" Bereich und dem Leben in der normalen Arbeitswelt befassen. Derzeit gebe es gerade in dieser Übergangszeit etliche hinderliche gesetzliche Bestimmungen, beispielsweise keine Übergangszeiten bei Sozialleistungen.

Man müsse in der Frage der Behindertenintegration auch den Blick über die Grenzen Österreichs wagen, sagte der ÖAAB-Bundesobmann, etwa nach Bayern, wo der Bereich des Arbeitsmarktservices regionalisiert und in Zusammenarbeit mit Vereinen abliefe und so deutlich höhere Effizienz erzielt werden könne. "Es gilt also, Weichen zu stellen, die sich damit auseinandersetzen, was kann man auf gesetzlicher Ebene tun, um eine sachgerechte, zielorientierte und konsequente Behindertenpolitik durchzuführen, was kann und was muss man aber darüber hinaus gesellschaftspolitisch andenken, um das auch zu einem gesellschaftspolitischen Konzept zu machen", erklärte Fasslabend.

ÖAAB-Generalsekretär Walter Tancsits wies auf das Problem hin, dass man "in der Ausbildung in des letzten Jahren stärker auf Integration Wert gelegt hat, dann aber beim Übergang in die Arbeitswelt nun den so genannten 'geschützten' Bereich" vorzufinden. Ziel des ÖAAB sei es, wo immer es möglich sei, im regulären Arbeitsmarkt Integration zu finden. Dazu biete das neue Berufsausbildungsgesetz immense Chancen, schloss Tancsits.

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