AK: Endlich mehr Sicherheit für Konsumenten bei Gesundheitswerbung für Lebensmittel

AK begrüßt EU-Verordnungsentwurf - Gesundheitswerbung soll aber bei bestimmten Produkten gänzlich verboten werden

Wien (AK) - Werbeslogans, die dem Konsumenten bei Lebensmitteln falsche Gesundheitseffekte vorgaukeln - wie "verbessert das Gedächtnis" sollen endlich verboten werden, begrüßt AK-Konsumentenschützerin Petra Lehner den Verordnungsentwurf der EU-Kommission. Bisher war Gesundheitswerbung für Lebensmittel in der EU unterschiedlich geregelt. Künftig heißt "light" oder "zuckerfrei" überall das Gleiche. Die AK verlangt: Gesundheitswerbung muss bei bestimmten Lebensmitteln, wie zB fetten Snacks oder süßen Getränken auch verboten werden und der EU-Entwurf muss vom EU-Parlament möglichst ohne Verwässerungen angenommen werden und von den Mitgliedsstaaten streng kontrolliert werden.

Der EU-Entwurf über nährwert- und gesundheitsbezogene Aussagen bei Lebensmitteln bringt Konsumenten einerseits verlässlichere Informationen und wird andererseits durch Vereinheitlichung zu einem besseren Verständnis beitragen. Die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) wird Gesundheitssaussagen künftig überprüfen und zulassen. Die AK hat immer irre führende Werbebotschaften kritisiert. Bei Süßigkeiten, fetten Snacks oder salzigen Fertigprodukten ist eine Gesundheitswerbung schlichtweg nicht angebracht, meint Lehner. Noch ist aber unklar, welche Kriterien die EFSA für nicht bewerbbare Produkte vorgeben wird. Vitamine, die dem Naschen einen Sinn geben, sind somit (noch) nicht vom Tisch.

Der Entwurf enthält einheitliche und verlässliche europäische Regelungen für tatsächlich nutzbare und nützliche Informationen. Dieser muss nun vom EU-Parlament möglichst ohne Verwässerung akzeptiert werden und die noch zu festzulegenden Kriterien für nicht bewerbbare Produkte sollen durch die EFSA rasch und orientiert an den Erkenntnissen über eine gesunde Ernährung ausgearbeitet werden, verlangt Lehner. Ein Schwachpunkt des Vorschlags sind diese (noch) fehlenden Verbote für bestimmte Lebensmittel oder Getränken, die nicht gesundheitsbezogen beworben werden dürfen. Im Entwurf sind diesbezüglich nur alkoholische Getränke genannt und die Absicht, an Hand von Nährstoffprofilen weitere Produktgruppen festzulegen.

Viele der derzeit stark boomenden Gesundheits- oder Wohlfühlaussagen bei Lebensmitteln werden von Konsumenten missverstanden, sind auf das betreffende Produkt nicht zutreffend, nicht ausreichend wissenschaftlich untermauert oder einfach unpassend, weil das Produkt an sich einer gesunden Ernährung nicht zuträglich ist. Außerdem sind die jeweiligen Regelungen, wie und warum ein Produkt gesundheitsbezogen beworben werden darf, in den EU-Ländern unterschiedlich, weiß Lehner. Eine einheitliche Norm, was, wie und welche Produkte beworben werden dürfen, ist daher dringend notwendig.

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