GPA: Erste Bank-Management bremst KV-Reform für Kreditinstitute

Kurzsichtiges Sparprogramm auf Kosten der Beschäftigten

Wien (GPA/ÖGB). "Die GPA ist ein zuverlässiger und konstruktiver Partner, wenn es um innovative neue Lösungen und Konzepte im Interesse der ArbeitnehemerInnen und im Sinne einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung geht. Wir stehen jedoch sicher nicht für kurzsichtige und unbegründete Sparmaßnahmen zur Verfügung und werden jeden in diese Richtung ausgeübten Druck von Dienstgeberseite entsprechend beantworten", stellt Karl Proyer, Geschäftsbereichleiter in der Gewerkschaft der Privatangestellten, (GPA) zu der vom Erste Bank-Management angekündigten Kündigungswelle klar.++++

Mit Unverständnis reagiert Proyer auf die Äußerungen der Erste Bank, die Gewerkschaft würde die angelaufene Kollektivvertragsreform blockieren. Gewerkschaft und Kreditinstitutsverbände sind gerade Anfang Juli zu den ersten Arbeitsgesprächen in dieser Causa zusammengetroffen und haben beiderseits deutliches Interesse an einer produktiven Weiterführung der Gespräche signalisiert. "Zahlreiche aktuelle Verhandlungen bzw. KV-Abschlüsse belegen das Engagement der GPA für eine langfristig orientierte, kreative und zukunftsweisende KV-Politik", verweist Proyer auf Verhandlungen bzw. Vereinbarungen hinsichtlich Entgeltgestaltung und Aus- und Weiterbildungsmodellen in zahlreichen anderen wichtigen Branchen der industriellen Bereiche bis hin zu den (Wirtschafts-) Dienstleistungsbereichen. "Die nun von der Erste Bank-Führung angekündigten Einschnitte auf Kosten der ArbeitnehmerInnen sind mit solchen Ansprüchen nicht vereinbar. Die Erste Bank bremst damit die notwendige KV-Reform und gefährdet ein Projekt, das im Gesamtinteresse der heimischen Geld- und Kreditbranche steht", so Proyer.

Der Werbeslogan der Erste Bank "In jeder Beziehung zählen die Menschen" muss für die Erste Bank-Beschäftigten mehr als zynisch erscheinen. In der Beziehung zu ihren Chefs zählen sie offensichtlich nur wenig: Gestern wurde ein Ranking der 1.000 weltweit besten Bankinstitute veröffentlicht, in dem die Erste Bank von Platz 163 auf 100 vorgerückt ist und damit als erfolgreichstes österreichisches Bankinstitut gereiht ist. Am gleichen Tag wird ein Kündigungsprogramm für rund 300 Beschäftigte verkündigt. "Ein bemerkenswertes Dankeschön an jene, die maßgeblich zur Erfolgsstory der Erste Bank beigetragen haben und ein offensichtliches Defizit des Managements, was die beworbene menschliche Beziehung betrifft", betont Proyer.

Die GPA wird die MitarbeiterInnen der Erste Bank und deren Betriebsrat in dieser schwierigen Situation tatkräftig unterstützen. Am kommenden Montag findet eine Zusammenkunft der Wirtschaftsbereichsgemeinschaft Finance in der GPA statt, bei der sich die BetriebsrätInnen des gesamten Geld- und Kreditbereich intensiv mit der aktuellen Situation in der Erste Bank beschäftigen werden.

ÖGB, 17. Juli 2003
Nr. 598

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