Psychotherapie hilft Medikamente sparen!

Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) zur Ankündigung der Gesundheitsministerin, die Ausgaben für Medikamente senken zu wollen.

Wien (OTS) - Die Krankenkassen haben beispielsweise 1999 insgesamt rund 27 Millionen Euro für Psychotherapie ausgegeben: 2/3 davon entfielen auf Zuschüsse für ambulante Psychotherapie, 1/3 wird für Psychotherapie auf Krankenschein bei Vertragsärzten, Vereinen und Ambulatorien ausgegeben.

Rund 123 Millionen Euro wurden 1999 im Vergleich dazu nur im Bereich der niedergelassenen Ärzte (also ohne Krankenanstalten) für Psychopharmaka (das sind über 6 Millionen Verschreibungen für Psychopharmaka). Das bedeutet eine Steigerung seit 1995 fast um das Doppelte.

Die Krankenkassen ließen sich 1999 die Psychopharmaka im niedergelassenen Bereich also nahezu fünfmal so viel kosten wie die ambulante Psychotherapie. Stellt man die Ergebnisse internationaler Studien dazu (z. B. Baltensberger und Grawe, 2001), wonach Psychotherapie bereits 34 Wochen nach Psychotherapiebeginn eine signifikante Abnahme der Kosten für Psychopharmaka in einem Verhältnis 1 : 1,7 zugunsten der Psychotherapie bringt, erscheint die Verzögerungspolitik im Bereich der Psychotherapie schon aus ökonomischer Sicht wie ein Schildbürgerstreich. Es bleibt unerklärlich, dass die bundesweite Umsetzung der Psychotherapie auf Krankenschein immer wieder auf die lange Bank geschoben wird, während rund 8 % der Bevölkerung täglich Schlaf-, Schmerz-, Anregungs- oder Beruhigungsmittel einnehmen. Renommierte Studien belegen, dass bei einem großen Teil dieser Störungen, die von vielen Ärzten routinemäßig medikamentös behandelt werden, eine Psychotherapie nicht nur wirksamer, sondern auch kostengünstiger ist.

Der ÖBVP ist der Ansicht, dass dies Grund genug für die Gesundheitsministerin sein sollte, die Psychotherapie als selbstverständlichen Bestandteil im Gesundheitssystem zu integrieren und sie endlich aus der Stiefkind-Position herauszuholen! Angesichts dieser Daten müsste es eines der wichtigsten Anliegen von GesundheitspolitikerInnen sein, die psychotherapeutische Behandlung psychischer und psychosomatischer Störungen - genauso wie die Behandlung körperlicher Erkrankungen - über die Krankenkassen zu finanzieren und sie damit allen Bedürftigen transparent und ohne unüberwindbare finanzielle Hürden zugänglich zu machen.

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