Grünewald: Rauch-Kallat-Vorschläge kratzen plakativ an Oberfläche

Vorgeschlagener Maßnahmenmix zwiespältig zu beurteilen

Wien (OTS) "Der Maßnahmenmix zur Absenkung der Medikamentenkosten, den Gesundheitsminister Rauch-Kallat im gestrigen ORF-Report vorgestellt hat, ist zwiespältig zu beurteilen", bewertet Kurt Grünewald, Gesundheitssprecher der Grünen. Ein Kostenumwälzung auf die PatientInnen, indem weniger Medikamente auf Rezept erhältlich sein sollen, sei strikt abzulehnen. Positiv sei dagegen der stärkere Einsatz von Generika. Dieser liege weit unter dem internationalen Schnitt. "Dass Generika in Österreich fast 18 % teurer als in vergleichbaren Ländern sind, ist eine unbestreitbare Tatsache, von der unter anderem das Unternehmen Bartensteins profitiert", so Grünewald. Die hohen Medikamentenkosten in Österreich seien auch auf die ungewöhnlich hohe Mehrwertsteuerbelastung von 20 % auf Medikamente zurückzuführen. International liege die Belastung unter 10 %. "Da trägt der Finanzminister sein Scherflein zur Kostensteigerung bei, die jedenfalls reduziert werden sollte", so Grünewald.

Positiv steht Grünewald auch einem neutralisierten Fonds aus Beiträgen diverser Pharmafirmen zur ÄrztInnenfortbildung und zur Unterstützung klinisch notwendiger Studien und Arzneimittelprüfungen gegenüber. Auch Positiv- und Negativlisten zum sinnvollen und rationalen Medikamenteneinsatz als Empfehlung an die behandelnden ÄrztInnen seien mehr als überlegenswert. "Dazu müsste angewandte klinische Forschung von Hauptverband sowie vom Staat gefördert werden, um optimale Therapien von jenen mit grenzwertigem oder fragwürdigem Nutzen zu unterscheiden. Wichtig ist auch die Zeit, die für PatientInnen aufgewendet wird. Hier ist ein Mehr an Qualität notwendig, die dazu verwendet werden soll, um zu erklären, weshalb bei bestimmten Diagnosen und Symptomen nicht unbedingt mit einem Rezept reagiert werden muss", so Grünewald.

Insgesamt sind die Vorschläge von Rauch-Kallat für Grünewald zu wenig tiefschürfend, sie kratzen nur plakativ an der Oberfläche. "Vor allem aber wäre es wünschenswert, wenn auch die Opposition mit ihrem Wissen und Know-how in die von Rauch-Kallat genannten Gespräche einbezogen würde. Dass nicht alles Wissen in den Regierungsparteien kumuliert ist, zeigen ja die vergangen Jahre. Man erinnere sich nur an die Ambulanzgebühren", so Grünewald.

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