Junge Wirtschaft: 10-Punkte-Programm für sichere Betriebsübergaben

Lehner: Jetzt handeln - Über 100.000 Jobs stehen auf dem Spiel

Wien (PWK 482) - Rund 52.000 Unternehmen - vor allem Klein- und Mittelbetriebe - müssen österreichweit in den nächsten Jahren an einen Nachfolger übergeben werden, 440.000 Arbeitsplätze sind davon betroffen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass 27 Prozent der betroffenen Betriebe die Übergabe nicht schaffen. Fazit: Es droht der Verlust von über 100.000 Arbeitsplätzen innerhalb von 10 Jahren, wenn nichts geschieht. Peter Lehner, Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Österreich fordert deshalb eine politische Offensive: "Bei vielen Betriebe wird sich jetzt entscheiden, ob der alte Chef der letzte ist oder ob es durch eine erfolgreiche Betriebsübergabe neuen Schwung gibt".

Die Junge Wirtschaft hat deshalb ein "10 Punkte-Programm für einen sicheren Generationenwechsel in der Wirtschaft" geschnürt, das vor allem bei der Steuer- und Gebührenbelastung ansetzt. Denn gerade Finanzierungshürden lassen viele Betriebsübergaben scheitern. " Die kommende Steuerreform muss auch eine Reform für sichere Betriebsübergaben sein. Der Finanzminister ist gefordert", so Lehner.

Den möglichen Vorwurf, man wolle nur "Steuerzuckerln für Unternehmer", nimmt der Vorsitzende der Jungen Wirtschaft gleich vorweg: "Hier geht es nicht um Geschenke, sondern um Investitionen in die Zukunft. Wegschauen und Nichtstun bringt nur andere, aber höhere Kosten: Durch mehr Arbeitslose und Steuerausfälle, wenn Betriebe zusperren, weil sie es nicht mehr schaffen".

Die wichtigsten Forderungen des 10 Punkte-Programms

Streichung der Erbschaftssteuer bzw. Erhöhung des Freibetrags bei einer Übergabe von bisher 365.000 Euro auf 1 Million Euro.

Abschaffung der Kreditgebühr. Derzeit eine Qual: Wer mit dem Betrieb einen Kredit übernimmt, muss noch einmal Kreditgebühr zahlen.

Gleichstellung von Betriebsnachfolgern und Unternehmensgründern bei Förderungen

Steuerfreiheit für Beteiligungen an anderen heimischen Klein- und Mittelbetrieben, wenn sie mit Verkaufserlösen aus Betriebsübergaben finanziert werden

Die Betriebsübergabe als Pensionsvorsorge: Die Erlöse des Betriebsübergebers sollen - zuerst unbesteuert - in ein Pensionskonto eingebracht werden können, zur Stärkung der Eigenvorsorge.

Kernaufgabe: Problembewusstsein schaffen

Ein weiterer entscheidender Punkt ist für Lehner die Bewusstseinsbildung in der Wirtschaft: "Die Betriebe müssen rechtzeitig übergabe-fit gemacht werden". Die Junge Wirtschaft selbst fördert Betriebsübergaben durch die Internet-Börse www.nachfolgeboerse.at , und unterstützt die Betriebsübernehmer gemeinsam mit den Grüder-Service-Stellen der Wirtschaftskammern dann durch einen eigenen Leitfaden zur Betriebsnachfolge und spezielle Beratungen durch Expertenteams.

Auch in Sachen Bewusstseinsbildung ein Appell der Jungen Wirtschaft an die Politik: "Es gibt zuwenig Aufmerksamkeit für die Probleme rund um Betriebsübergaben. Die Politiker - vor allem in der Regierung -müssen ihr Gewicht in der Öffentlichkeit einsetzen, um das Thema wirklich zu einem Thema zu machen", fordert Lehner abschließend. (us)

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