"[brand] city - Neubau" - vielleicht die zukünftige Art von Bezirksgestaltung in einer Metropole?

Wien (OTS) - Ein Joint Venture führender Markenartikelhersteller kauft ein Areal in Wien-Neubau, um dort eine utopische Stadt zu errichten, eine Wahrwerdung feinster Visionen von sozialer Gerechtigkeit, Friede, Gesundheit, Solidarität in einem geschützten Raum von freier Kunst und Biodiversität: [brand] city Neubau. Bitte wie? Wie es dazu kommen konnte und vor allem, warum es dazu kommen musste, wird deutlich, wenn man sich die Dilemmata der betroffenen Kompetenzfelder vergegenwärtigt.

Nichts veranschaulicht den beklagenswerten Zustand der Architektur treffender als der sagenhafte Triumph des Fassadenmalers Friedensreich Hundertwasser, der der Oberfläche der Oberflächlichkeit so manch neckische Verzierung zu applizieren vermag. Die Architektur hat es aber auch nicht besser verdient: in der Ausweglosigkeit ihres selbstreferenziellen Gejammers über den Stellenwert von Dachgauben in der Post-Post-Moderne sucht sie Existenzberechtigung ausgerechnet in der Formgebung von Fußballarenen.

Dem Endkundenmarketing in der Königsdisziplin "Markenartikel als Konsumgüter" geht es nicht besser: allem Anschein zum trotz hat sie längst die Kontrolle verloren über ihre Domäne der nachhaltigen Wertstiftung. Wie angeschossene Hühner hecheln ihre Protagonisten Mikrotrends wie Luderlobby und Wegwerfauto hinterher, während ihnen im epidemischen Schnäppchenfieber die Big-No-Names auf unverschämt leisen Sohlen die Volkseinkommen wegraffen.

Und hatten früher Städteplaner und Marketer als Regulativ die Soziologie heranziehen können, so ist deren Output allerspätestens seit der Selbstzersetzung der Basisdemokratie zu einem kümmerlichen Fragezeichen zusammengeschmurgelt.

Nun, wie so oft kommt der Befreiungsschlag, der große Schritt nach vorne mal wieder vom Kapital. Auf den ersten Blick mag das ernüchtern, aber sich der historischen Chance zu verschließen wäre sicher nicht weniger fatal, als noch ein mal einer Totgeburt aus den Abgründen unreflektierter Schwärmerei hinzugeben: dieses Pulver, Genossen, ist verschossen!

Die [brand] city conference, eingangs erwähntes Joint Venture, deren Mitglieder im übrigen bis auf weiteres ungenannt zu bleiben vorziehen, hat Tommy Schmidt, einen Performance Künstler mit gegenwärtigem Sitz in München gebeten ihr bemerkenswert ausdekliniertes Konzept von einer lebenswerteren Welt, entstanden in engstem Austausch mit führenden(!) Soziologen, Städteplanern, Architekten und Marketingexperten, vor- und zur Diskussion zu stellen. Das dürfte kein Zufall sein, denn Tommy Schmidt (das Foto zeigt ihn bei einem vielbeachteten Vortrag über Generationenkonflikt-Management) ist auch als Kommunikationsexperte für Markenführungsstrategien in einschlägigen Zirkeln gelegentlich in Erscheinung getreten und immerhin geht es hier um etwas, was er Pro-Active-Marketing nennt: folge nicht einem Trend, sondern erschaffe einen Lifestyle, "high value based" versteht sich.

Am Freitag, den 18. Juli um 20:30 im monochrom-Raum / Quartier 21 / MQ.

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