"Neues Volksblatt" Kommentar: "Offen gesagt" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 15. Juli 2003

Linz (OTS) - =

Dass Oppositionsparteien Untersuchungsausschüsse
gerne zur plumpen Eigen-Inszenierung nutzen, darf ebenso als fix genommen werden, wie die Ablehnung, die Regierungsparteien jeglicher Couleur diesem Instrument stets entgegengebracht haben - aus, siehe Inszenierung, verständlichen Gründen. Das gilt auch im aktuellen Wirbel um Grasser.
Auch darum wird es unverständlich, wenn der ORF in "Offen gesagt" am Sonntag nur einen Teil der Streitparteien, konkret den Finanzminister, über "PR für Politiker" diskutieren lässt - mit Meinungsforschern, nicht mit politischen Mitbewerbern. Dabei hätten letztere - als vom Thema Öffentlichkeitsarbeit ja auch Betroffene -zum Thema PR zweifellos auch eine Menge zu sagen gehabt. Mehr jedenfalls, als der eigentümliche Aufmarsch der Meinungsforscher, der aus einer Diskussionssendung eine ziemlich eindimensionale Sauce gemacht hat.
Warum der ORF mit dieser Auflage seinen journalistischen Anspruch derart aufgegeben hat, bleibt offen. Ein blendend disponierter Grasser zeigte jedenfalls, dass er einen PR-Perfektionskurs, wie er hier geboten wurde, nicht nötig hat.

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