Frais: ÖVP-Raika-Netzwerk als Nutznießer er Voest-Privatisierung

Vorteile für Pühringer und Scharinger - und wo bleibt die Sicherheit für die Voest?

Linz (OTS) -

"Wenn Landeshauptmann Pühringer nicht im Sinn des Mehrheitsbeschlusses des oberösterreichischen Landtags für

die Formel "25% plus 1 Aktie für die ÖIAG" aktiv wird, werden wir demnächst einen Sonderlandtag zur Verhinderung des Voest-Ausverkaufs beantragen!" stellt SPÖ-Klubobmann Frais neuerlich klar. Sichtbar würden in der jüngsten Diskussion über den Voest-Deal aufschlussreiche Interessensverbindungen zwischen dem Landeshauptmann und seiner ÖVP sowie dem Voest-Aufsichtsratsmitglied Scharinger - mit Unterstützung des Voest-Managements. "Es dürfte von Anfang an strategisch geplant gewesen sein, bei der 100%igen Privatisierung der Voest die Raiffeisen-Landesbank als 'Retter' ins Spiel zu bringen. Indem man jetzt den 'bösen Stronach' verhindert hat, soll nunmehr ein gänzlicher Voest-Ausverkauf 'auf oberösterreichisch' erfolgen, was keineswegs dem genannten Beschluss des Landtags entspricht."

Faktum Nummer 1 ist, dass sich Pühringer und seine ÖVP offen zum totalen Ausverkauf der Voest bekennen. Das liegt auf Parteilinie, wie auch die jüngst Eskapade von Pühringers Ziehsohn Watzl in Linz beweist, der die Hälfte der Linz-AG verscherbeln will. Weil die ÖVP aber merkt, dass mit einer solchen politischen Haltung die Voest allen unkalkulierbaren Verkaufsrisiken ausgeliefert würde, zieht jetzt Pühringer-Intimus Scharinger die gleichfalls unsichere OÖ-Karte aus dem Hut. Faktum 2 ist, dass das nicht nur aus Liebe zur Voest geschieht, sondern sich für die Beteiligten vor allem gut rechnet:
Wer jetzt Voest-Aktien kauft, weiß, dass diese in drei Jahren - mit der erwarteten Verdopplung des Unternehmenswerts - wesentlich höhere Kurse haben werden; wegen der zu erwartenden hohen Dividenden lohnt sich das Finanzinvestment; und für eine Behaltepflicht des Unternehmens von drei bis fünf Jahren lassen sich die Aktienpreise gegenwärtig noch um einige Euro drücken. Faktum 3 ist, dass dann aber die Voest trotzdem ohne längerfristige Sicherheit dasteht. Das Volksvermögen ist weg, die Dividenden landen nicht im Staatshaushalt, sondern in den Kassen der Banken und Versicherungen. Faktum 4: Mit dem ÖVP-Raika-Fonds sichert sich die ÖVP in Aufsichtsrat und Vorstand der Voest den vollen parteipolitischen Einfluss. Frais: "Bankennutzen und VP-Parteinutzen könnten auf diese Weise optimal zur Deckung gebracht werden. Dass dabei die Voest und die Steuerpflichtigen die größten Draufzahler sind, spielt offenbar keine Rolle. Würde aber die ÖIAG - gemäß unserem Beschluss im Landtag - 25 % plus 1 Aktie behalten, so könnte damit sofort Ruhe im Unternehmen einkehren, weil die Voest aus allen Verkaufsdiskussionen herausgehalten wird und langfristig abgesichert wäre. Mit dieser Vorgangsweise allein könnte die Voest als im Kern österreichisches Unternehmen erhalten bleiben!"

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