ZU FUß IN DER STADT? VOR ALLEM ÄLTERE UND KINDER GEFÄHRDET!

160 getötete Fußgänger 2002 - KfV appelliert zu Rücksichtnahme und fordert straßenbauliche Maßnahmen

Wien (OTS) - Wer sich in der Stadt per pedes fortbewegen will,
muss des öfteren mit Komplikationen rechnen. Neben zu schmalen Gehsteigen oder zu kurzen Grünphasen an den Ampeln, sind vor allem fahrende Autos der "natürliche Feind" des Fußgängers. Laut einer Studie des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) haben 80 Prozent aller Fußgänger-Unfälle Pkw als Unfallgegner - während aber meist sämtliche Pkw-Insassen unverletzt bleiben, geht es für diejenigen ohne motorisierten Untersatz weniger gut aus. Im Jahr 2002 wurden 4.512 Fußgänger verletzt und 160 getötet. Um die Fußgängersituation zu verbessern, hat die Stadt Wien gemeinsam mit Arbeiterkammer und KfV die Aktion "Zu Fuß in Wien" ins Leben gerufen. Ein Bildwettbewerb, wo alle FußgängerInnen mitmachen können, bildet den Auftakt (Näheres im Web unter www.zufuss.at).

Thann: "Fußgänger sind die ewigen Verlierer"

Eine höhere Sensibilität ist auch notwendig: Schließlich werden 30 Prozent aller Wege zu Fuß zurückgelegt. Im Jahr 2002 ereigneten sich 551 Unfälle mit Fußgängerbeteiligung auf geregelten Kreuzungen, rund 57 Prozent dieser Unfälle ereigneten sich in Wien. Bei einem Unfall weisen Fußgänger die höchste Verletzungsschwere auf. Dr. Othmar Thann, Direktor des KfV: "Fußgänger sind die ewigen Verlierer im Straßenverkehr. Die Getötetenzahl, der durch neueste Techniken geschützten Autofahrer sinkt. Dieser Rückgang wird leider durch den massiven Anstieg bei der Zahl der getöteten Fußgänger beinahe ausgeglichen. Besonders für ältere Fußgänger kann ein Sturz schwerwiegende Folgen nach sich ziehen - der für jüngere vielleicht noch vergleichsweise glimpflich ausgeht - und sogar zum Tod führen."

Keine Kuhfänger - Mehr Rücksicht auf Ältere und Kinder!

Zwei Drittel aller auf geregelten Kreuzungen mit Schutzweg getöteten Fußgänger sind älter als 64 Jahre. "Dennoch darf im Ortsgebiet nach wie vor ungestraft um 10 km/h schneller als erlaubt gefahren werden"kritisiert Thann. "Man muss sich vor Augen halten, dass die Überlebenschancen ab 70 km/h praktisch gleich Null sind!" Auch auf die jüngsten Verkehrsteilnehmer - die Kinder - muss speziell Rücksicht ge-nommen werden. Österreichweit verunglückten im vergangenen Jahr 1.078 Kinder als Fußgänger, 217 davon am Schutzweg. Als wirksame Einrichtungen zur Erhöhung der Fußgänger-Sicherheit gelten straßenbauliche Maßnahmen wie Gehsteigvorziehungen, Mittelinseln, Aufpflasterungen oder Gehsteigabsenkungen. Das KfV warnt zudem vor den sogenannten "Kuhfängern" an den Fahrzeugfronten, welche die Verletzungsschwere wesentlich erhöhen. Außenairbags oder eine "aktive" Motorhaube, die mehr Platz zwischen Motor und Motorhaube bietet und damit Fußgänger beim Aufprall weicher fallen lässt, würden die Sicherheit der ungeschütztesten aller Ver-kehrsteilnehmer massiv erhöhen.

19 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 9 am Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 10 Pkw-Insassen (davon 9 Lenker), 5 Motorrad-Lenker, 1 Moped-Mitfahrer, 2 Lenker von vierrädrigen Leichtkraftfahrzeugen (Microcar und Quad) und 1 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (7), Vorrangverletzung (2), Überholen (2), Unachtsamkeit (3) und Übermüdung (1) festgestellt werden. Bei 3 Unfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. Ein tödlich verletzter Fußgänger kam durch Fremdverschulden ums Leben. Alkoholisierung war bei 2 Unfällen Mitursache. 6 der 18 Unfälle waren Alleinunfälle. 1 tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet, 1 Moped-Mitfahrer trug keinen Sturzhelm. 2 Fahrzeuglenker hatten keine Lenkberechtigung. Vom 1. Jänner bis zum 13. Juli dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 469 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Mai), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 459 Menschen tödlich.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
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