AKNÖ warnt: Unseriöse Kreditvermittler zocken verzweifelte Schuldner ab.

Wien (OTS) - =

Immer wieder fallen verzweifelte Schuldner auf die verlockenden Angebote unseriöser Kreditvermittler herein. Irgendwann heißt es:
"Außer Spesen nichts gewesen". AKNÖ-Präsident Josef Staudinger empfiehlt dringend: "Lassen Sie sich in der AK beraten, bevor Sie auf scheinbar lukrative Angebote eingehen."

Peter S. ist in einer schwierigen Situation. Der Parkettbodenleger ist seit Monaten arbeitslos. Der Stapel unbezahlter Rechnungen wird von Monat zu Monat höher. 5.000 Euro würde er dringend brauchen, damit er die Schulden begleichen kann. Von seiner Hausbank bekommt er keinen Kredit mehr. 90 Euro pro Monat muss er hier für seinen 10.000 Euro-Kredit aus besseren Zeiten noch zahlen.

In dieser schier ausweglosen Situation scheint das Inserat in einer Anzeigenzeitschrift wie ein Rettungsanker. Kredite zu Top-Konditionen werden da versprochen. Ohne Bürgen, rasch und unbürokratisch, zu banküblichen Zinsen. Peter S. setzt sich mit der Firma, einer Kreditvermittlung, in Verbindung, schildert seine Situation, übermittelt die geforderten Unterlagen, zahlt 60 Euro "Kostengebühr" und wartet. Nach 8 Tagen erhält er ein Schreiben der "EURO KREDIT KUSCHE", Torrevieja, Spanien. Man prüfe seinen Antrag. Diese Bearbeitung sei mit Kosten verbunden, an denen er sich beteiligen solle. Innerhalb von 4 Wochen soll er 75 Euro zahlen. Dann werde die Sache weiter bearbeitet. Die "banküblichen Zinsen" betragen lt. Informationsschreiben der Kreditvermittlung im übrigen 0,7% pro Monat. Macht bezogen auf die derzeitige Zinslandschaft horrende 8,4 Prozent pro Jahr.

Peter S. zahlt auch diesmal. Das Warten beginnt, der Rechnungsstapel wächst. Immer wieder fragt er nach, wie es mit dem Kredit stehe. Erst als die EURO KREDIT KUSCHE 3 Kreditraten im Voraus, insgesamt 450 Euro, kassieren will, wird der junge Niederösterreicher misstrauisch. Er fragt bei den Konsumentenexperten der NÖ Arbeiterkammer nach, was von der Sache zu halten sei. Es gibt schlechte Nachricht. Diese Form des Abkassierens ist den Konsumentenschützern wohl bekannt. Die entsprechende Fachliteratur kennt den Sachverhalt als "advance fee fraud", also Betrug durch Vorausgebühren. Es wird so lange abkassiert, bis der Antragsteller verzweifelt aufgibt oder misstrauisch wird.

Die Konsumentenschützer der AKNÖ werden auf alle Fälle versuchen, jene 135 Euro, die Peter S. bereits bezahlt hat, zurückzubekommen. Grundsätzlich warnen sie dringend davor, auf dubiose Kreditvermittlungsangebote einzugehen. "Wenn Sie bei Ihrer Bank keinen Kredit bekommen, erhalten Sie auch bei anderen seriösen Kreditinstituten kein Geld", meint Martin Hofecker, Kreditexperte der AKNÖ. Keinesfalls sollte man irgendwelche Vorauszahlungen leisten, bevor man den Kreditvertrag zu Gesicht bekommt. Im Zweifelsfall sollte man sich in der AKNÖ unter der kostenlosen Service-Telefonnummer 0800/232323-1616 beraten lassen.

Rückfragen & Kontakt:

Nähere Informationen: AKNÖ, Konsumentenberatung, Martin Hofecker, 0800/232323-1459.

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