"profil": Köhlmeier fordert in offenem Brief an Bundeskanzler mehr Finanzmittel für Kultusgemeinde

Schriftsteller formuliert Appell gegen Knauserigkeit und Häme

Wien (OTS) - In der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" wendet sich der Schriftsteller Michael Köhlmeier in Form eines persönlichen Briefes an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und fordert diesen darin auf, der jüdischen Kultusgemeinde "ohne Wenn und Aber jene Geldmittel zukommen zu lassen, die sie benötigt, um ihren Aufgaben sorgenfrei nachzukommen".

Köhlmeiers Appell beschäftigt sich insbesondere auch mit der Tatsache, dass der Wachdienst im Inneren der Wiener Synagoge nicht von der Bundesregierung finanziert wird. "Wenn man in Wien durch die Innere Stadt spaziert", schreibt Köhlmeier, "und einen Blick in die Synagoge wirft und dort Wachen stehen sieht - geht es Ihnen nicht auch so, Herr Bundeskanzler? -, da sind wir beide doch beschämt. Doppelt beschämt sogar. Einmal, dass es überhaupt notwendig ist, in einem Haus, in dem Menschen ihre Religion ausüben, Wachen aufzustellen. Und zum anderen: Herr Bundeskanzler, ich habe doch tatsächlich erst im Laufe dieser Debatte erfahren, dass die jüdische Gemeinde diese Wachen selbst bezahlt."

Zum Thema "ethische Verpflichtung" notiert Köhlmeier, der vergangene Woche, wie viele andere Künstler und Kulturschaffende einen offenen Brief für die Sicherung der Kultusgemeinde unterzeichnet hat, folgendes: "Das wollen wir doch nicht, Herr Bundeskanzler, Sie nicht und ich nicht, dass unser Bild von Österreich, das trotz aller Raunzerei und allem Opponieren und Schimpfen eines ist, das dem Ideal der großen humanen Denker schon ziemlich nahe kommt, dass dieses Bild durch Knauserigkeit, die man als hämisch empfinden könnte, angepatzt wird."

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