Fernwärme als Umweltbeitrag noch mehr nützen

Beachtliche Vorleistungen Österreichs zu Kyoto-Zielen - In Wien schon ein Drittel der Wohnungen mit Fernwärme

Wien (OTS) - Zur Situation des österreichischen Fernwärmesektors und zur Fernwärmeversorgung aus der Sicht des 250 Mitglieder zählenden "Fachverbandes der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen" stellte sich in einem Pressegespräch am Donnerstag ein Trio namhafter Energieexperten der Öffentlichkeit, und zwar Komm.Rat Dr. Karl Skyba, vormaliger Generaldirektor der Wiener Stadtwerke Holding AG, und nunmehr Obmann des Fachverbandes Gas Wärme, Direktor Techn.Rat DI Anton Wischinka, neben seiner Funktion als Geschäftsführer der Fernwärme Wien Gesellschaft m.b.H. auch stellvertretender Obmann des genannten Fachverbandes sowie DI Josef Füreder, Energie AG OÖ, und hier Geschäftsführer des Geschäftsfeldes Fernwärme. Zum Grundsätzlichen die Fachleute unisono, es gelte, um die umweltfreundliche Fernwärme nicht zu gefährden, die derzeitige Wärmeproduktion zu sichern, die Preise möglichst stabil zu halten und auch zukünftige Investitionen zu ermöglichen, dabei gehe es auch um die Formulierung klarer Vorstellungen an den Gesetzgeber. Man habe seitens des Umweltministeriums so hohe Umweltstandards wie keine anderes Land formuliert. Schon seit Anfang der 90er-Jahre seien höchst wirksame Filteranlagen eingebaut worden, und wenn es jetzt um den Verteilungskampf auf dem Energiesektor gehe, habe die Fernwärme "schlechtere Karten als andere", denn sie könne nicht - wie etwa die Industrie - im Fall zu hoher Auflagen ins Ausland gehen, so Skyba.

Wer in umweltfreundliche Fernwärme investiert, und damit den CO2-Ausstoß senkt, dürfe nicht zusätzlich bestraft werden, und das bedeute

o Kostenlose Zuteilung jener CO2-Zertifikatmengen, die für die Erzeugung der Fernwärme notwendig sind. Zur Zeit laufen Vorbereitungen für die Zuteilung der CO2-Zertifikate. Ab 2005 wird es in Österreich einen Zertifikatshandel in Form eines Probebetriebs geben: Damit soll CO2 emittierenden Unternehmen ein gewisser Handlungsspielraum gegeben werden, diese Zertifikate legen die maximal mögliche Emission eines Betriebes fest und werden vom Umweltministerium vergeben. Wer weniger als erlaubt ausstößt, darf Teile des Zertifikats verkaufen - wer mehr ausstößt, muss zukaufen. o Zusätzliche Zuteilung von Zertifikaten im Ausmaß von 50 Prozent jener Zertifikatsmengen, die vor Ort durch den Ausbau der Fernwärme ersetzt werden - damit erspart sich Österreich auch die Hälfte der notwendigen Zusatzmengen!

Für die (formaliter) hohen Koyto-Ziele - für Österreich im
Jahr 2010 einer Verringerung der klimarelevanten Gase um 13 Prozent gegenüber 1990 - hat Österreich beträchtliche Vorleistungen erbracht. Allein schon aufgrund des großen Anteils von mehr als 70 Prozent der CO2-freien Stromerzeugung aus Wasserkraft. Insgesamt gilt es damit auch, den Fernwärmeanteil am Energieverbrauch zu heben, postuliert Wischinka, denn die Statistik für 2002 weise eine Fernwärmeanteil von 4,4 Prozent auf, man vergleiche dazu etwa (Prozente) Elektrizität 20,2, Gas 16,9, Erdöl gar 43,6. Bei der Fernwärmeerzeugung in Österreich stammen rund 70 Prozent aus den Kraft/Wärme Kopplungen (KWK) in kalorischen Kraftwerken. Hier sei in weiterer Folge Kritik anzubringen, so die Experten, für das Ökostromgesetz 2002 stehe bereits eine Novellierung an. Der KWK-Zuschlag - "Hauptstandbein" der Fernwärme sind Gas/Öl/Kohle - betrage 0,15 Cent je Kilowattstunde, 10,2 Cent bei der Biomasse-Stromerzeugung. Anlagen in diesem Bereich, mit über 10 Megawatt Brennwärme, stünden nur in drei Breichen, der Energie AG, der Linz AG, und bei den Wiener Stadtwerken (20 Megawatt) zur Realisierung. Wenn die Strompreise unter den Brennstoffkosten eines technisch guten Kraftwerks lägen, wer verantworte dann den Betrieb. Die Fernwärme müsse sich dann andere Lieferanten aufnehmen, was dann wieder höhere Emissionen bedeuten könne, gab Skyba zu bedenken.

Was Wien betrifft, sind hier ein Drittel der Wohnungen (alle Zahlen gerundet), und damit 240.000, mit Fernwärme versorgt, was einem Verbrauch von 240 Millionen Megawattstunden entspricht, erläuterte Wischinka. Das Hauptrohrnetz der Fernwärme Wien erlaubte sogar einen Versorgungsgrad von 50 Prozent der Wohnungen, und man investiere auch weiterhin. Nach der KWK Donaustadt mit den Hauptversorgungssträngen nach Simmering und in den Bereich des SMZ Ost - Kosten rund 75 Millionen Euro (rund eine 1 Milliarde Schilling) - werde man nun die Achse Spittelau - Brigittenau - Floridsdorf in Angriff nehmen, um einen Ringschluss zu erreichen. Sorgen hinsichtlich einer raschen Realisierung bereiteten allerdings die immer komplizierter werdenden Vergabebestimmungen, mit den internationalen Ausschreibungen und daraus resultierenden Einsprüchen. (Schluss) pz

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Peter Ziwny
Tel.: 4000/81 859
ziw@m53.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0014