Sparen bei Medikamentenpreisen geht auf Kosten der Patienten

Österreich liegt mit seinen Arzneimittelpreisen jetzt schon 14 % unter dem europäischen Durchschnitt und insgesamt im untersten Drittel aller europäischen Länder.

Wien (OTS) - "Die Berechnungen der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse sind für mich nicht nachvollziehbar", weist Hubert Dreßler, Vorstand der Branchenvereinigung Pharmig und Geschäftsführer von Aventis Österreich die Behauptung der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse zurück, Pharma-Unternehmen würden 25 bis 30 Prozent ihres Umsatzes für Werbung ausgeben. "Davon sind wir weit entfernt", weiß Dreßler. "Tatsächlich gibt ein durchschnittliches Pharma-Unternehmen nur etwa vier Prozent seines Umsatzes für Werbung aus." Wenn man noch Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte und wissenschaftliche Kongresse dazurechne, komme man auf maximal acht Prozent des Umsatzes, erklärt Dreßler. Die Zahlen der Oberösterreichischen Gebietskrankenasse, so Dreßler, seien jedoch auf jeden Fall zu hoch gegriffen.

Eine Spannensenkung bei den Arzneimittelpreisen ist aus Sicht der Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, überhaupt kontraproduktiv. Denn das birgt die Gefahr in sich, dass die österreichischen Patienten vom medizinischen Fortschritt sprich innovativen Arzneimitteln abgekoppelt werden. Rund 20 Prozent ihres Umsatzes investieren die Pharmaunternehmen nämlich in Forschung und Entwicklung, mehr als jeder andere Industriezweig. "Die Politik muss sagen, was sie will", fordert Hubert Dreßler. "Entweder die beste Versorgung für die Patienten oder niedrigere Medikamentenpreise. Beides zugleich geht nicht - und das sollte man den Leuten offen und ehrlich sagen."

Der Anteil der Medikamentenkosten an den Gesamtausgaben des Gesundheitssystems beträgt 15,7 Prozent. Das Preiswachstum für Medikamente ist in Österreich seit Jahren negativ und betrug zuletzt 2002 0,5 Prozent. Dass die Ausgaben für Medikamente insgesamt steigen, ist also nicht auf die Medikamentenpreise zurückzuführen sondern auf sogenannte Strukturveränderungen. Damit sind Faktoren wie die gestiegene Lebenserwartung gemeint und die Tatsache, dass ständig alte Medikamente durch neue, nebenwirkungsärmere ersetzt werden.

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