ORF-Aktion "Schatzhaus Österreich" lädt auf die Perner-Insel

Rundgang am Sonntag, dem 13. Juli 2003

Wien (OTS) - Die ORF-Aktion "Schatzhaus Österreich" lädt am Sonntag, dem 13. Juli 2003, zum Rundgang auf der Perner-Insel in Hallein. Treffpunkt: 14.00 Uhr, 5400 Hallein, Perner-Insel, Salinengebäude, Verdampferturm. Erwachsene zahlen sechs Euro Eintritt. Das Geld kommt der Denkmalpflege zugute.

Die Perner-Insel in Hallein ist eine der letzten Flussinseln in Europa. Und seit einigen Jahren bekannt als in der Salzach gelegene Spielstätte für hochkarätige Musik- und Theateraufführungen, u. a. im Rahmen der Salzburger Festspiele. Außergewöhnlich auch das Ambiente:
die einst als "Pfleggarten" für die Salinenarbeiter angelegte Grünanlage mit Salinenkapelle und dem zentralen, als Veranstaltungszentrum adaptierten Industriedenkmal, dem ehemaligen Salinengebäude. 1852 bis 1864 wurde der lang gestreckte Komplex vom Wiener Architekten Franz Ritter von Schwind, Bruder des historistischen Malers Moritz von Schwind, über rechteckigem Grundriss mit vier Innenhöfen errichtet. Rund 130 Jahre war das Sudhaus Herzstück der von der Altstadt auf die Insel verlegten Halleiner Salzgewinnung. Auf vier großen quadratischen Pfannen, von denen noch eine erhalten ist, wurde in der neuen Saline Sole zu Salz verdampft. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wich diese traditionelle Methode einer modernen Anlage auf Basis der Thermokompression. 1989 wurden Salzberg und Saline endgültig stillgelegt. 1991 erwarb die Stadt Hallein die Anlage um ca. 4,6 Millionen Euro und sicherte damit ihre Erhaltung. Um rund 350.000 Euro jährlich wird nun seit zwei Jahren schrittweise restauriert.

Erste Resultate sind bei der an Mitte und Ecken flach vorspringenden Fassade mit leuchtend rot bemalten Terrakotta-Verzierungen und bunten Malereiresten zu bewundern. Der spätklassizistische, blockhafte Industriebau beeindruckt durch sein verhältnismäßig aufwendiges Dekorsystem frühhistoristischer Prägung, wie es an reiner Zweckarchitektur dieser Zeit nicht zu erwarten ist. Äußerst raffiniert erscheint eine lasierende Rotfassung, die ursprünglich -in Abstimmung auf die Tonelemente - dem gelblichen Fassadenanstrich einen rötlichen Schimmer verlieh. Im Inneren sind Gusseisenteile und Holzschnitzereien an Dachstuhl oder Säulen erhalten. Sensible Denkmalpflege ist hier gefragt: Das Salz, das "weiße Gold" von einst, beschleunigt Verwitterungsprozesse organischer Materialien, Naturstein und Holz müssen teilweise ersetzt werden. Stadtamtdirektor Erich Huber und Ronald Gobiet vom Salzburger Landeskonservatorat des Denkmalamts werden durch die ehemalige Salinenanlage führen.

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