Sparte Handel der Wirtschaftskammer Niederösterreich befürwortet Anpassung der Öffnungszeiten

Gangbarer Weg

Wien (OTS) - Als "gangbaren Weg für Niederösterreich" bezeichnet Sepp Schirak, Wirtschaftskammerobmann der Sparte Handel, die vom Nationalrat beschlossene Neuregelung der Öffnungszeiten.

Bekanntlich will Niederösterreich die bundesgesetzliche Regelung übernehmen. Diese sieht von Montag bis Freitag eine Erweiterung der Öffnungszeiten von 5.00 bis 21.00 Uhr sowie am Samstag von 5.00 bis 18.00 Uhr vor. "Im internationalen Vergleich würde damit Niederösterreich im guten Mittelfeld liegen!"

Insgesamt, so Schirak, handle es sich bei der Neuregelung um eine maßvolle und zeitgemäße Erweiterung der Öffnungszeiten. Ausschlaggebend sei die Beibehaltung des bisherigen Gesamtoffenhalterahmens von 66 Stunden. Damit sei es entgegen den ursprünglichen Bestrebungen der Regierung gelungen, eine über das Ziel hinausschießende Liberalisierung der Öffnungszeiten hintanzuhalten.

Für die einzelnen Betriebe oder die jeweiligen Standorte, sei es nun aber in Zukunft möglich, ihre Öffnungszeiten flexibler zu gestalten. Aber nicht nur auf geänderte Konsumentenwünsche, so Schirak, sondern auch auf die bevorstehende EU-Erweiterung könne nun besser reagiert werden. Denn schließlich weise Niederösterreich die mit Abstand längste Grenze zu den EU-Erweiterungsländern auf. Ein Vergleich der Öffnungszeiten mit anderen Bundesländern - wie etwa Kärnten, Salzburg, Tirol - sei schon allein aus diesem Grund nur bedingt möglich. Zudem würden dort schon seit Jahren spezielle Tourismusregelungen längere Offenhaltezeiten ermöglichen.

Mit der Beibehaltung des Gesamtoffenhalterahmens von 66 Stunden sei jedenfalls gewährleistet, dass "nicht nur einige wenige Betriebe einfach das komplette Zeitspektrum abdecken!" Die Suche nach sinnvollen Nischen bei den Öffnungszeiten erfordere es, dass sich künftighin jedes Geschäft entsprechend individuell positioniert. "Es ist uns damit gelungen, ein wesentliches Anliegen der Mitgliedsbetriebe durchzusetzen", erläutert Schirak.

Keine gravierenden Änderungen

Allerdings glaubt der niederösterreichische Spartenobmann nicht, dass es aufgrund der neuen Regelung tatsächlich zu gravierenden Änderungen bei den Öffnungszeiten kommen werde. "Es wird ja nicht einmal der jetzt schon mögliche Rahmen voll ausgeschöpft!" So halte etwa die Shopping City Süd derzeit durchschnittlich nur 55 Stunden in der Woche offen und schließe um 19.00 Uhr.

Aus diesem Grund versteht Schirak die Sorgen der Arbeitnehmervertreter nur bedingt. Aufgrund der fehlenden Nachfrage hält er eine breite Abendöffnung für nicht sehr wahrscheinlich. Zudem wird seitens der Sparte Handel auch immer wieder darauf hingewiesen, dass bei einer Beschäftigung von Dienstnehmern nach 19.30 Uhr ein Zuschlag von 100 Prozent fällig ist.
"Diese Arbeitszeit wird sehr gut abgegolten." Was andersrum bedeute, so Schirak, dass nur sehr wenige Betriebe in der Lage sein werden, diese finanzielle Belastung durch Mehrumsatz und Mehrertrag aufzufangen.

Abschließend sehnt Spartenobmann Schirak das Ende der "Öffnungszeiten-Debatte" herbei: "Wir sollten in Niederösterreich den vom Nationalrat beschlossenen moderaten Schritt mitgehen und uns verstärkt anderen wichtigeren wirtschaftspolitischen Themen zuwenden!"

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Niederösterreich
Kommunikationsmanagement
Tel.: (++43-1) 53466-1308
kommunikation@noe.wk.or.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HKN0001