Schwarzböck: EU-Agrarreform - Österreich muss alle Chancen nützen

Keine Wettbewerbsverzerrungen zwischen einzelnen Regionen und Sektoren

Wien (AIZ) - "Die Agrarreform ist beschlossen, die EU arbeitet derzeit an den für die Umsetzung notwendigen Texten. Diese Reform lässt für die Nationalstaaten gewisse Spielräume offen, die es gilt, voll und ganz im Sinne der heimischen, also der ökosozialen Landwirtschaft zu nutzen. Innerösterreichisch müssen jetzt die Weichen in diese Richtung gestellt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass einerseits das Prinzip der Verwaltungsvereinfachung verwirklicht wird und andererseits Wettbewerbsverzerrungen zwischen den einzelnen Regionen und Sektoren vermieden werden. Sowohl bei der Wahl der möglichen Form der Entkoppelung als auch bei der konkreten Ausgestaltung der Ländlichen Entwicklung muss berücksichtigt werden, dass es zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe angesichts der bevorstehenden EU-Erweiterung kommt. Die Instrumente reichen dabei von der Kostensenkung bis hin zur Neugestaltung der Investitionsförderung", stellte der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs, Rudolf Schwarzböck, heute in einer Aussendung fest.

"Das Ergebnis der Verhandlungen bietet für die österreichische Umsetzung eine annehmbare Basis. Es konnte bekanntlich auf Grund der letztlich akzeptierten Vorschläge der bäuerlichen Interessenvertretung erreicht werden, dass die Milchmarktordnung und so der Milchstandort Österreich bis 2014/15 gesichert ist, die Mutterkuhprämie um 50.000 Stück aufgestockt wurde, aus der Modulation mehr Geld für die Ländliche Entwicklung nach Österreich zurückfließt und bei Getreide keine Preissenkung erfolgte. Nun ist Österreich am Zug. Derzeit werden anhand verschiedener Modelle die Auswirkungen der neuen Regeln für eine einheitliche Betriebsprämie auf die einzelnen Produktionssparten und auf die Betriebe errechnet. Die Ergebnisse dieser Analysen wollen wir gründlich diskutieren und anschließend die Entscheidung darüber treffen, welches Modell der Entkoppelung für Österreich am besten geeignet ist", stellte Schwarzböck weiter fest.

Das Beste daraus machen

"Wir müssen aus diesem Ergebnis das Beste für Österreich machen. Dabei gilt es, zukunfts- und marktorientierten Betrieben eine langfristige Perspektive zu geben. Zu diesem Zweck muss ein Investitionsförderungs-Programm zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe gestartet werden. Darüber hinaus ist sicherzustellen, dass die Modulationsmittel für die heimischen Bauern verfügbar sind. Nur so ist ein weiterer Ausbau der Ländlichen Entwicklung möglich, der sowohl der Landwirtschaft als auch dem gesamten ländlichen Raum positive Impulse bringt. Ein wesentliches Anliegen ist für uns nach wie vor die Vermeidung einer ausufernden Bürokratie. Schließlich ist bei allen Planungen darauf Bedacht zu nehmen, dass im Interesse der österreichischen Bauern der Finanzrahmen der EU voll und ganz genützt wird und kein Euro, der unseren Bauern zustünde, in Brüssel verbleibt", erklärte Schwarzböck abschließend.
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