Ein Drittel für Werbung: Pharma-Markt hat genug Polster für Preissenkung

Wien (OTS) - Die Pharma-Wirtschaft wendet bis zu einem Drittel
ihrer Umsätze für Werbung und Marketing auf. Die prallen Werbeausgaben müssen von den Krankenkassen und den Patienten finanziert werden. Eine maßvolle Preis- und Spannensenkung bei Medikamenten könnte eine echte Alternative zu den beschlossenen Selbstbehalten sein. Damit hätte die OÖGKK vergangenes Jahr positiv abgeschlossen.

Internationale Studien, darunter eine aktuelle des niederländischen Gesundheitsministeriums, kommen zu dem Ergebnis, dass die Pharma-Branche zwischen 25 und 30 Prozent der Budgets für Werbung, PR und Marketing ausgibt. Lediglich 15 Prozent der Mittel werden in die Forschung gesteckt. Nicht zuletzt deshalb fordert der Bremer Universitätsprofessor Dr. Gerd Glaeske in einem Gutachten für das deutsche Gesundheitsministerium, die Preise und Handelsspannen zu senken und am Pharma-Markt mehr Wettbewerb zu fördern.

Österreich liegt bei der gesamten Handelsspanne, die auf Medikamente aufgeschlagen wird, mit 37,9 Prozent innerhalb der EU an vierter Stelle, deutlich vor Ländern wie Dänemark (34,4 Prozent), Frankreich (31,7 Prozent) oder Schweden (22,4 Prozent).

Eine zehnprozentige Preissenkung bei Medikamenten sowie die Absenkung der Gesamthandelsspanne auf einen EU-Mittelwert und die vollständige Abgeltung oder aber Streichung der Umsatzsteuer auf Medikamente könnten für die OÖ Gebietskrankenkasse Einsparungen in Höhe von rund 37,3 Millionen Euro pro Jahr bringen. Die OÖGKK hätte damit im abgelaufenen Jahr einen Überschuss in Höhe von 12,0 Millionen Euro erwirtschaftet.

Die OÖ Gebietskrankenkasse hat 2002 insgesamt 237,6 Millionen Euro für Medikamente ausgegeben. Das waren um 6,36 Prozent mehr als 2001 und um 11,27 Prozent mehr als im Jahr 2000. Die Zahl der Verordnungen ist im Vorjahr gegenüber 2001 um knapp ein Prozent auf 10,95 Millionen gestiegen und gegenüber dem Jahr 2000 sogar um rund zwei Prozent zurückgegangen.

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