ARGEV im Jahr 2002: ÖsterreicherInnen wieder Sammelweltmeister - BurgenländerInnen in jeder Hinsicht "Spitze"

ARGEV-Sammelleistung um 5 % gestiegen - Stückkosten um 10 % gesenkt - Burgenland als Qualitätssieger von ARGEV prämiert

Wien (OTS) - Die Österreicherinnen und Österreicher haben ihren Titel als "Sammelweltmeister" auch im vergangenen Jahr wieder souverän verteidigt. Mit einer Pro-Kopfsammelmenge von 106,4 kg Verpackungen allein aus Haushalten liegen die österreichischen KonsumentInnen international an der Spitze.

Die BurgenländerInnen liegen dabei mit 113,9 kg nochmals deutlich über dem Bundesdurchschnitt. 96 % der ÖsterreicherInnen haben nach eigenen Angaben (IMAS, März 2003) Verpackungen getrennt gesammelt, im Burgenland bekennen sich sogar 98 % zur getrennten Verpackungssammlung. Zu diesem Ergebnis wesentlich beigetragen haben wiederum die von der ARGEV im Rahmen des ARA Systems betriebenen Sammlungen von Leicht-, Metall- und Holzverpackungen. Diese drei Stoffgruppen zeigen im vergangenen Jahr das stärkste Wachstum mit rund 139.000 t gesammelten Leichtverpackungen (+5,1 %), 37.500 t Metallverpackungen (+5,2 %) und 11.000 t Holzverpackungen (+6 %).

Die Gesamtleistung der ARGEV ist mit rund 210.000 t ebenfalls um über 4 % gestiegen. Seit 1993 hat die ARGEV über 1.480.000 t Altstoffe selbst gesammelt, über 100.000 t Verpackungen zusätzlich erfasst und über 1.180.000 t Verpackungen aussortiert und zur Verwertung übergeben.

Burgenländer trugen zu ARGEV-Erfolgen maßgeblich bei

Zu den ARGEV-Rekord-Ergebnissen trugen die BurgenländerInnen wieder entscheidend bei: Mit in der Leichtverpackungssammlung gesammelten 5.000 t (+4,7 %) - das sind 18,9 kg/Einwohner - belegten sie den 3. Rang unter allen Bundesländern, mit den daraus aussortierten und verwerteten 4.420 t Leichtverpackungen (+7,4 %) -das sind 15,9 kg/Einwohner - sogar den 2. Rang. Und 1.300 t verwertete Metallverpackungen (4,8 kg pro Einwohner) bedeuten den ungefährdeten 1. Platz in dieser Kategorie.

Die neuen Sammelrekorde sind u. a. auf die Optimierung der Sammelsysteme durch die ARGEV zurückzuführen. Mehr als 68.000 Haushalte (+6 %) wurden im vergangenen Jahr an die bequeme ab Haus-Sammlung mit dem Gelben Sack angeschlossen. Mit Jahresende 2002 verfügen damit bereits mehr als 1,15 Millionen Haushalte - das ist mehr als ein Drittel aller Haushalte - über diese benutzerfreundlichste Entsorgung von Leichtverpackungen ab Haus, davon 91.000 im Burgenland.

Darüber hinaus stehen noch mehr als 212.000 Gelbe Tonnen (+3,2 %) für die Leichtverpackungssammlung zur Verfügung, viele davon in Wohnhausanlagen, davon 1.570 (+8 %) im Burgenland.

Insgesamt wird bereits knapp die Hälfte aller österreichischen Haushalte (48 %) bequem "ab Haus" von Leichtverpackungen entsorgt. Im Burgenland, das im Jahr 2000 komplett umgestellt wurde, sind es sogar 98 %! Für Metallverpackungen stehen knapp 50.000 Behälter ("Blaue Tonne") bereit (+1,5 %) - das entspricht einem Behälter pro 59 Haushalten - im Burgenland sind es knapp 1.400 (+5 %).

Qualitätsmanagement erfolgreich - enorm geringer Fehlwurfanteil im Burgenland

Um nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der gesammelten Altstoff-Fraktionen weiter zu verbessern, hat die ARGEV 2001 mit den Städten und Gemeinden ein Maßnahmenpaket und ein Prämiensystem vereinbart. Ziel war es, gemeinsam den Fehlwurfanteil in der Leichtverpackungssammlung bundesweit auf unter 20 % zu senken. In mehr als zwei Drittel der fast 100 österreichischen Sammelregionen wird dieses Ziel mittlerweile erreicht oder sogar deutlich unterschritten. Im Burgenland liegen alle vier Sammelregionen weit unter dem Zielwert. Mit einem Fehlwurfanteil von nur mehr knapp 12 % in der Leichtverpackungssammlung ist das Burgenland überlegener "Qualitätssieger 2002" und wurde am 2. April 2003 anlässlich eines Festaktes in Eisenstadt ausgezeichnet.

ARGEV-Stückkosten und ARA-Lizenztarife sinken

Die Stückkosten der Verpackungssammlung konnte die ARGEV im vergangenen Jahr durch ein neues Vertragsmodell und die im Wettbewerb ermittelten neuen Entgelte um 10 % gegenüber dem Vorjahr senken. Die Stückkosten 2002 lagen damit bereits um 39 % unter dem Kostenbild von 1995 und trugen wesentlich zu den neuerlich gesenkten ARA Lizenztarifen 2003 bei. Dazu reduzierte die ARGEV mit 1. Jänner 2002 ihre ARA-Lizenztarife in einem Ausmaß von mehr als 2,3 Mio Euro. Im laufenden Jahr 2003 wird sich die österreichische Wirtschaft allein aus dem Titel der neuerlichen Tarifentlastung durch die ARGEV per 1. Jänner 2003 rund 8,9 Mio Euro ersparen. Die weitere Tarifentwicklung wird hauptsächlich von der Umsetzung der DeponieVO ab 2004 und von deren Auswirkungen auf die Sammel- und Verwertungssysteme abhängen.

Deponie-Verordnung 2004: Neue Sammlung von Kunststoff- Verpackungen?

In knapp einem halben Jahr tritt mit dem Ablagerungsverbot für unbehandelte Abfälle die letzte Stufe der Deponieverordnung in Kraft. Der 1.1.2004 markiert damit einen neuen, wichtigen und richtigen Schritt in der Abfallwirtschaft in Österreich. Anlagen zur Vorbehandlung des Mülls in Müllverbrennungsanlagen (MVA) oder mechanisch-biologischen Anlagen (MBA) werden in ganz Österreich die Struktur der Restmüllbehandlung maßgeblich verändern. Diese Entwicklung wird auch die getrennte Sammlung von Leicht- und Metallverpackungen beeinflussen.

Durch die DeponieVO bietet sich die Chance, in Abstimmung mit der zuständigen Gemeinde oder dem Abfallwirtschaftsverband im Einzugsgebiet von Müllverbrennungsanlagen nur die stofflich verwertbaren Kunststoffverpackungen getrennt zu sammeln. Kleine oder verschmutzte Verpackungen dürften dann im Restmüll bleiben und würden als Brennstoff genutzt.

Dieses neue Modell macht allerdings nur dann Sinn, wenn die Sammlung und Verbrennung zusammen mit dem Restmüll kostengünstiger als die getrennte Sammlung und Verwertung der Verpackungen ist. Die ARGEV hat sich seit einigen Jahren auf diese Herausforderungen vorbereitet und steht nun in konkreten Verhandlungen mit dem kommunalen Sektor über die Gestaltung der Verpackungssammlung 2004.

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