Verzetnitsch bei ÖIAG-Demo: Statt Filetieren Industriepolitik mit Zukunft

Weitere Privatisierungen würde Existenz zigtausender Menschen gefährden

Wien (ÖGB). Schon vor Beginn des heutigen ÖIAG-Sitzungsmarathons, bei dem über weitere Privatisierungen entschieden werden soll, begannen am Sitz der ÖIAG-Zentrale in der Wiener Kantgasse gewerkschaftliche Protestkundgebungen wegen des befürchteten Ausverkaufs. ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch stellte fest, dass weitere Privatisierungen Tausende und Abertausende Arbeitsplätze gefährden würden. "Wir lassen uns daher nicht wie Schutt hinunterlassen", stellte der ÖGB-Präsident fest. Er erklärte auch, dass ÖIAG-Vorstandsdirektor Peter Michaelis ihm gegenüber versichert habe, für eine im gesamtwirtschaftlichen Interesse stehende Entscheidung einzutreten. Man werde sehen, was geschieht, wenn Finanzminister Grasser zu den Beratungen erscheine.++++

"Auch wenn der heutige Morgen ein schöner ist, kann er nicht schön sein, wenn man bedenkt, was in diesem Gebäude hier in der Kantgasse heute beraten und verhandelt wird", sagte Verzetnitsch zu den DemonstrantInnen vor dem ÖIAG-Gebäude, wo im Laufe des heutigen Tages über den weiteren Ausverkauf österreichischen Eigentums beraten wird.

Es geht um Tausende und Abertausende Arbeitsplätze und damit um die Existenz der in diesen Unternehmen Beschäftigen Menschen und deren Familien. "Wir lassen es nicht zu, dass wir wie Schutt hinuntergelassen werden", erklärte der ÖGB-Chef, denn es geht um österreichisches Eigentum, es geht um die Post, um die Postbusse, um die Telekom, um Elin, die voestalpine..."

Wer schweigt, stimmt zu, und daher ist es richtig, dass wir hier stehen, um aufzuzeigen, dass verscherbeln und filetieren österreichischen Eigentums, das jedem einzelnen Staatsbürger gehört, der falsche Weg ist. Verzetnitsch: "Was wir brauchen ist eine Industriepolitik mit Zukunft."

"Ich habe heute morgen mit ÖIAG-Vorstandsdirektor Peter Michaelis gesprochen und ihn gefragt, ob er für einen Verkauf, um aus den Erlösen Geld für das Budget zu beschaffen ist, oder ob er für eine Entscheidung im gesamtwirtschaftlichen Interesse eintritt. Er meinte, 'für eine Entscheidung im gesamtwirtschaftlichen Interesse'", sagte Verzetnitsch. Man werde sehen, ob er, Michaelis, sich durchsetze, wenn Finanzminister Grasser zu den Beratungen erscheinen wird, so Verzetnitsch weiter.

"Wir brauchen eine Industriepolitik und eine öffentliche Dienstleistungs-Struktur mit Zukunft. Daher darf nicht verkauft und verscherbelt werden. Gefragt ist ein positiv orientiertes mittel- und längerfristiges Konzept, das den Fortbestand und die Weiterentwicklung der industriellen Kernsubstanz, aber auch den Erhalt öffentlicher Dienstleistungen ermöglicht und garantiert. Daher werden wir ArbeitnehmerInnen uns auch nicht einfach wegschieben lassen", schloss Verzetnitsch. (ew)

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