Weltbevölkerungstag 11. Juli 2003

Plus 3 Milliarden in den nächsten 50 Jahren!

Wien (OTS) - Die Entwicklung der Weltbevölkerung zeigt zwei große Trends: Der Bevölkerungsexplosion in den sogenannten "Least Developed Countries" stehen Bevölkerungsrückgänge in den entwickelten Staaten, insbesondere Europa, gegenüber. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird weiter dramatisch wachsen. Ebenso dramatisch sind die zu erwartenden Auswirkungen der Immunschwächekrankheit Aids: Bis 2050 wird sich die Bevölkerung im südlichen Afrika um rund 22% reduzieren. Anlässlich des Weltbevölkerungstages am 11. Juli stellt die Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und Internationale Zusammenarbeit (SWI) Strategien und Programme zur Eindämmung der Bevölkerungsexplosion vor.

Derzeit leben 6,3 Milliarden Menschen auf der Welt. In den kommenden 50 Jahren wird die Zahl der Bevölkerung - aus heutiger Sicht - voraussichtlich auf 9,1 Milliarden wachsen. Für die Menschheit bedeutet dies einen weiteren Zuwachs von über 50% in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts. 99% dieses Wachstums findet in den Entwicklungsländern statt. Bis zum Jahr 2050 werden sich Bevölkerungszahlen in den 49 ärmsten Ländern der Welt von heute 688 Mio. auf 1,7 Mrd. Menschen mehr als verdoppeln, das entspricht dann einem Fünftel der Weltbevölkerung. In einigen Ländern - wie z.B. Angola, Burkina Faso, Guinea, Jemen, Somalia und Uganda - werden sich die Bevölkerungen auf Grund ihrer Wachstumsraten in den nächsten 50 Jahren mehr als verdreifachen, im Niger sogar vervierfachen. "Gerade in den ärmsten Ländern führt die Bevölkerungsexplosion zur Überlastung der Gesundheits- und Bildungssysteme und gefährdet damit die wirtschaftliche Entwicklung" beschreibt Ulrike Plichta, Geschäftsführerin der Österreichischen Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit (SWI), den Teufelskreis in den Entwicklungsländern.

Bevölkerungswachstum versus Wirtschaftswachstum

"Solange die Wachstumsrate der Bevölkerung über jener der Wirtschaft liegt, bleiben die Menschen in der so genannten demographischen Falle gefangen und haben kaum Chancen der Armut zu entkommen," erläutert Plichta. Arme Länder können mit Investitionen in ihre Bevölkerung nicht warten, bis sie wohlhabend sind. Vorrangig muss in Grundschulen, nicht in elitäre Bildung, in Basisgesundheitsversorgung, nicht in Hochtechnologie investiert werden. Erst wenn alle "Armutsinseln" innerhalb eines Landes beseitigt sind, kann die Wirtschaft nachhaltig wachsen. Allein bis zum Jahr 2015 werden 1,5 Mrd. Menschen in den Entwicklungsländern zwischen 20 und 24 Jahre alt sein und einen Arbeitsplatz benötigen.

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Tel. 01/5857699; http://www.swi-austria.org

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