Arbeitskräftevermittlung: Tourismus baut auf neue Konzepte

Schenner: "AMS-Klausur brachte gute Ergebnisse" - Kritik an Saisoniermodell zurückgewiesen

Wien (PWK 466) - "Es ist erfreulich, dass sich alle
verantwortlichen Personen an einen Tisch gesetzt und versucht haben, die Probleme der Arbeitskräftevermittlung im Tourismus in den Griff zu bekommen", zieht der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich, Hans Schenner, eine positive Bilanz der gestern in Innsbruck abgehaltenen AMS-Klausur zum Thema "Arbeitsmarkt im Tourismus". "Ein so wichtiger Wirtschaftszweig, der ganz erheblich zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt, darf aufgrund von Personalnöten nicht ins Stocken kommen."

Auch wenn sich die Branche grundsätzlich mit der Vermittlungstätigkeit des AMS zufrieden zeigt, habe die Klausur ergeben, dass es dort und da zu Reibungsverlusten kommt. "Insbesondere ist bei der Kommunikation aller Beteiligten anzusetzen" meint Schenner. "Die rasche gegenseitige Information über den Erfolg eines Vorstellungsgespräches, die Verbesserung des Schriftverkehrs, aber auch bestimmte Vorstellungszeiten im Betrieb, auf die sich Unternehmer und Bewerber einstellen können, wären förderlich." Breite Zustimmung fänden die immer öfter veranstalteten Jobbörsen, die sowohl inländische Arbeitskräfte als auch EU-Bürger, vorwiegend aus dem Osten Deutschlands, auf offene Stellen vermitteln, und die künftig durch eine verstärkte Vorselektion der Bewerber noch effizienter gestaltet werden sollen.

Eine gemäßigte Aufweichung bzw. restriktivere Auslegung der Zumutbarkeitsbestimmungen wurde bei der Klausur von Arbeitgeberseite ebenso vorgebracht wie die Bereinigung der Arbeitslosenstatistiken. "Statistiken, welche Arbeitswillige mit Arbeitslosen in einen Topf werfen, die aufgrund von Mobilitätshemnissen, Krankheiten oder sonstigen Gründen nicht vermittelt werden können, verfälschen das Bild", kritisiert Schenner.

Kein Problem sieht der Tourismus-Sprecher in dem vor allem von Seiten des Wirtschaftsministeriums vorgebrachten Vorschlag, die Saisonierkontingente während der Saison nicht mehr aufzustocken. "Es muss aber sichergestellt sein, dass die Kontingente rechtzeitig und von vornherein in einer Höhe verordnet werden, die dem tatsächlichen Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften entspricht", setzt Schenner als Bedingung.

Kritik am Saisoniermodell selbst lässt Schenner nicht zu. Die neuen Grenzen in der maximalen Beschäftigungsdauer hätten das Modell zwar verkompliziert, auch wäre die Höhe des Kontingentes in einzelnen Bundesländern wie beispielsweise Kärnten zu gering, doch sei dessen Beibehaltung zur Abdeckung des erhöhten Arbeitsaufkommens zu Saisonspitzen unbedingt erforderlich. Besonderen Wert legt Schenner darauf, dass eine gewisse Flexibilität des Modells erhalten bleibt. "Da sich Österreich dazu entschlossen hat, den Arbeitsmarkt nicht bereits 2004 für Arbeitskräfte aus den EU-Beitrittsländern zu öffnen, sondern für bis zu weiteren 7 Jahren zu regulieren, ist es erforderlich, möglichst einfach und rasch auf Entwicklungen im Arbeitsmarkt reagieren zu können. Deswegen wären auf den jeweiligen Arbeitsmarkt abgestimmte Beschäftigungsabkommen, wie Grenzgänger- und Praktikantenabkommen, für den Tourismus besonders wichtig". (hp)

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