Brettenthaler (3): Neue Versorgungsmodelle rasch umsetzen

Wien (OTS) - Durch die Konstruktion der Österreichischen Ärztekammer sei das operative Geschäft allerdings zum größten Teil Angelegenheit der Kurien, erklärte Brettenthaler. Tagespolitische Entscheidungen hätten oft auch nachhaltige Auswirkungen auf die Interessen von Patienten und Ärzten. Insbesondere auf diesen Aspekt will der neue ÖÄK-Präsident unter Wahrung der Kurienautonomie sein Augenmerk richten, wobei er auf folgende Grundsätze verweist:

  • Es gebe ein klares Bekenntnis der ÖÄK zur Freiberuflichkeit der niedergelassenen Ärzte.
  • Neue Aufgaben würden neue Instrumente erfordern: Die Zusammenarbeit von Ärzten, aber auch von Ärzten und anderen Gesundheitsberufen sei zu forcieren. Gruppenpraxen, privatwirtschaftlich geführte Gesundheitszentren, Übergangspraxen müssten geschaffen und gefördert werden. Eine Neudiskussion über Gesundheits- und Sozialsprengel wird angeregt und gefordert.
  • Die Frage der psychischen Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher, das Problem der hohen Suizidraten in Österreich, die große Anzahl depressiver Patientinnen und Patienten müssten mit ins Zentrum gerückt werden.
  • Vorsorgeprogramme und zwar sekundäre (wie die derzeitige Vorsorgeuntersuchung) und primäre (Zigarettenrauchen, Alkohol, Bewegung, Belastungen am Arbeitsplatz) seien intelligent zu gestalten und zu evaluieren.
  • Die Feminisierung des ärztlichen Berufsstandes erfordere neue Konzepte, was Ausbildung (Teilzeitausbildung), aber auch Berufstätigkeit betrifft: Job-sharing-Modelle seien zu installieren, Teilzeitausbildung müsste ermöglicht werden.
  • Die Ausbildung, insbesondere der Ärzte für Allgemeinmedizin, sei für die Grundversorgung einer Bevölkerung von entscheidender Bedeutung. Die Österreichische Ärztekammer fordert auch im Zusammenhang mit der Schaffung des Facharztes für Allgemeinmedizin, wie sie derzeit in Europa intensiv diskutiert werde, die Reaktivierung der Lehrpraxen, intelligente Karenzierungsmodelle für Österreichs Ärztinnen und Ärzte.

Brettenthaler stellte abschließend seine Präsidentschaft unter das Motto: "Wer an einem Ziel ankommen will, muss zuerst aufbrechen".

Das Ziel sieht der österreichische Ärztepräsident in einer optimalen Patientenbetreuung unter Wahrung der Interessen der Ärzte. "Das heißt, wir müssen den Wald sehen und nicht nur die Bäume. Das heißt aber auch, Grundsätze zu haben und zu leben, aber nicht in Dogmen zu erstarren. Schließlich sind wir in der Gesundheitspolitik dazu aufgerufen, mit Optimismus und Selbstbewusstsein neue Wege zu suchen und zu gehen. Wir Ärzte sind dazu bereit."

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