Brettenthaler (1): Patienten-Interessen stehen im Mittelpunkt

Antritts-Pressekonferenz des neuen ÖÄK-Präsidenten - Inhaltliche Gesundheitsziele definieren - Gesamteuropäische Perspektive im Auge behalten

Wien (OTS) - Im Rahmen seiner Antritts-Pressekonferenz am Mittwoch nannte der neue Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, vier Schwerpunkte seiner zukünftigen Arbeit:

1. Die Interessen der Patienten hätten im Mittelpunkt auch der

ärztlichen Standespolitik zu stehen.
2. Europäische Gesundheitspolitik solle vermehrt in die Überlegungen und Pläne der österreichischen Gesundheits- und Standespolitik einbezogen werden.
3. Der Zusammenhalt der Ärzteschaft müsse im Interesse der Ärzte aber auch im Interesse einer geordneten Gesundheitspolitik gewahrt werden. Nur ein starker Partner sei ein verlässlicher Partner.
4. Tagespolitische Fragen würden nach der neuen Struktur der ärztlichen Standesvertretung weitgehend den Kurien der angestellten und niedergelassenen Ärzte sowie der Zahnärzte überlassen.
Für die Auseinandersetzung mit aktuellen gesundheitspolitischen Problemen formulierte Brettenthaler Grundsätze, die auch die tägliche Arbeit der Kurien bestimmen sollten.

Brettenthaler appellierte an die Gesundheitspolitik, künftig nicht mehr nur eine Einsparungsdiskussion zu führen, sondern auch klar zu sehen, dass Aufwendungen für die Gesundheit unserer Bevölkerung Investitionen in die Zukunft, die Arbeitsfähigkeit und somit in die Wirtschaftskraft unseres Landes seien.

Er forderte die Erstellung nachhaltiger Gesundheitsziele, um die notwendigen Maßnahmen und Reformen auf diese auszurichten. "Behauptete oder tatsächliche ökonomische Zwänge dürfen nicht dazu führen, dass die Versorgung der Bevölkerung sukzessive und schleichend verschlechtert wird. Eine rationierte Medizin ist keine humane Medizin. Wir Ärzte sehen uns zunehmend auch als Vertreter der Patienteninteressen, die Österreichische Ärztekammer wird diese Rolle auch übernehmen", sagte der ÖÄK-Präsident.
Der steigende Bedarf an professioneller medizinischer Betreuung sei objektiv gegeben und dürfe nicht negiert werden, so Brettenthaler. Insbesondere die steigende Zahl alter und multimorbider Patienten werde der Gesundheitspolitik und den Ärzten neue, große Herausforderungen bringen. Der höchste österreichische Ärztevertreter: "Effizienzsteigerung ist wichtig, aber durch Verschieben und Umschichten allein werden wir die enorme Flut gesundheitlicher Probleme nicht lösen."
Brettenthaler forderte neue Modelle der Zusammenarbeit von Ärzten, aber auch von Ärzten mit anderen verwandten Berufen ein, um auch in Zukunft eine qualitativ hochstehende, wohnortnahe Diagnostik und Therapie garantieren zu können.
Auch wenn es in Zukunft zur Einführung von Selbstbehalten komme, dürften Mitbürger keinesfalls aus finanziellen Gründen von einem notwendigen Arztbesuch abgehalten werden: "Dagegen werden wir Ärzte uns vehementest wehren."

Ärztekammer starker Partner der Patienten

Die ÖÄK werde vor diesem Hintergrund als starker Anwalt der Patienten auftreten, kündigte Brettenthaler an. Er würde es sehr begrüßen, wenn sich in Österreich eine anerkannte Patientenorganisation etablierte, wie es zurzeit auf europäischer Ebene geschehe. Zur Gründung einer solchen Einrichtung forderte er vom Gesundheitsministerium entsprechende Hilfestellungen. "Es muss das Ziel sein, Patienten- und Ärzteinteressen möglichst zur Deckung zu bringen, was nicht immer einfach sein wird", betonte Brettenthaler. "Auch als Standespolitiker sind wir Ärzte und haben uns dementsprechend zu verhalten", unterstrich Brettenthaler.

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