KFZ-Reparaturbetriebe und Autohandel mit Info-Aktion zu Rechten und Pflichten im Schadensfall

Für mehr Kundeninformation und gegen Auseinanderdividieren der Branche

Wien (PWK464) - "Versichern ist wichtig, aber richtig!" und
"Unfall - was tun?" - mit diesen beiden Broschüren wenden sich die österreichischen KFZ-Reparaturbetriebe und der heimische Autohandel an die Kunden. Hintergrund der Initiative der Bundesinnung der KFZ-Techniker, des Bundesgremiums des Fahrzeughandels und der Bundesinnung der Karosseriebauer ist es, den Verbraucher über Rechte und Pflichten im Schadensfall aufzuklären. Viele Kunden werden erst im Schadensfall mit Kleingedrucktem im Versicherungsvertrag konfrontiert. Vor- und Nachteile von Teilkasko- und Vollkaskodeckungen sind oftmals ebenso unbekannt, wie ein allfälliges Weisungsrecht durch den Versicherer im Schadensfall.

Damit zusammenhängend gibt es die Diskussion rund um nicht kostendeckende KFZ-Prämien und die hinter den Kulissen geäußerte Kritik an den angeblich zu teuren Verrechnungen der Leistungen der KFZ-Werkstätten bei Schadensfällen. Unter dem Vorwand von zusätzlichen Kundenkontakten werden in Sonderverträgen existenzbedrohende Leistungen verlangt bzw. angeboten, die kalkulatorisch nicht nachvollziehbar sind.

"Aus der Versicherungswirtschaft kommt damit zusätzlicher Druck auf unsere Werkstätten, die sowieso schon unter starkem Konkurrenz- und Preisdruck stehen", betont der Bundesinnungsmeister der Kfz-Techniker, Alois Edelsbrunner. Dass die Prämienverrechnung bei den Versicherungen nicht kostendeckend sei, könne nicht auf dem Rücken der KFZ-Reparateure ausgetragen werden. Die Suche nach Partnerwerkstätten sei aus seiner Sicht unverständlich, da die fast 6000 Werkstätten in Österreich fair kalkulierten und Service und Qualität an erster Stelle stünden. Bereits bisher habe man bei Reparaturkosten Einsparungsmöglichkeiten gefunden und umgesetzt.

Der Versuch, die bisherige freie Werkstättenwahl - die Vertrauenswerkstätte des Kunden - mit einer Weiterleitung in sogenannte Partnerwerkstätten abzulösen, sei aus Sicht der Betriebe nicht zu vertreten. "Einem seriös kalkulierenden KFZ-Betrieb sind kostenlose Zusatzleistungen und Zugaben wie Rabattierungen nicht möglich. Diese sind ruinös und abzulehnen", so Edelsbrunner. Der Stundenverrechnungssatz der KFZ-Reparaturbetriebe sei jedenfalls kein Geheimnis: Personalkosten schlagen sich mit 45,7 Prozent zu Buche, sonstige Kosten wie Instandhaltung, Energie und Versicherung betragen 29,3 Prozent, der Stundenlohn liegt bei 20,1 Prozent und der Gewinnanteil vor Steuern bei 4,9 Prozent. Preissteigerungen, wie sie von der Versicherungswirtschaft immer wieder ins Treffen geführt würden, betragen nicht fünf bis zehn Prozent sondern aktuell (Zeitraum Jänner ´02 bis Jänner ´03) nach dem Bericht des Versicherungsverbandes 1,45 Prozent.

Heinz Havelka, Obmann des Bundegremiums des Fahrzeughandels, betonte, dass die Kompetenz rund ums Auto in der Branche bleiben müsse. Vergleiche man ein Auto von heute mit einem vor 15 Jahren, sei klar, dass dieses heute um ein vielfaches hochwertiger sei und damit Reparaturen teurer. Die Versicherungen hätten sich aber in ihrer Prämiengestaltung diametral entgegengesetzt verhalten. Durch sogenannte Partnerwerkstätten werde aus seiner Sicht die bestehende Kundenbindung mit einer Vertrauenswerkstätte gestört. Zudem befinde sich der Autohandel in einer schwierigen Zeit. Durch die in letzter Zeit durchgeführten Spannenkürzungen seien die Händler zunehmend gezwungen, die gewährten Rabatte sehr stark zu reduzieren. "Wir lassen uns von den Versicherungen sicher nicht auseinanderdividieren", unterstrich auch Heinz Keller, Bundesinnungsmeister der Karosseriebauer. Die "betriebswirtschaftliche Schlinge" dürfen nicht um den Hals einzelner Betriebe gezogen werden.

Havelka verwies auf die Situation in Amerika, wo Versicherungen das Karosseriegeschäft übernommen haben und Reparaturarbeiten in extrem schlechten Werkstätten stattfinden würden und mit einer entsprechend schlechten Qualität. Er selbst könne aktuell über einen Fall berichten, bei dem ein von einem Kunden an den KFZ-Betrieb übergebener Reparaturauftrag beinahe nicht zustande gekommen wäre, weil die Versicherung das Fahrzeug aus dem Betrieb holen und zu einer Partnerwerkstätte vermitteln wollte. "Die KFZ-Betriebe bekennen sich jedenfalls dazu, die Kosten im gesamten Unfallgeschäft weiter zu senken - jedoch ohne Qualitätsabstriche und mit freier Werkstättenwahl. Hier sind Hersteller, KFZ-Betriebe, Versicherungen und KFZ-Halter gefordert", schloss Edelsbrunner. (us)

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