Österreichische Gründerunternehmen sorgen in Deutschland für Furore

AWO-Chef Koren gratuliert der AlcaSynn aus Innsbruck zum ersten Platz beim deutschen Gründerwettbewerb Science4Life - 6. Platz geht an Inte:Ligand Software-Entwicklungs und Consulting GmbH, mit Sitz in Maria Enzersdorf (NÖ)

Wien (PWK463) - Es sind nicht nur die guten österreichischen Exportzahlen im Allgemeinen und nach Deutschland im Speziellen, die derzeit für positive Wirtschaftsschlagzeilen sorgen. "Junge heimische Unternehmen haben wieder einmal bewiesen, dass Inovation, Forschung und Entwicklung auf österreichischem Boden von Österreichern betrieben, international hohe Anerkennung genießen", sagt Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ. Jüngstes Beispiel: Diese Woche wurde in der Hauptverwaltung der deutschen Bundesbank in Frankfurt der mit 30.000 Euro dotierte Preis des Gründerwettbewerbs Science4Life verliehen. Koren: "Und der Sieger, dem ich zu diesem internationalen Erfolg herzlich gratulieren möchte, kommt aus Österreich!" Unter den Top-Ten ist außerdem ein weiteres rot-weiß-rotes Unternehmen zu finden.

Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel überreichte am Montag im Beisein der WKÖ-Handelsdelegierten in Frankfurt, Christiane Zwettler, dem Innsbrucker Forschungsprojekt und Gründungsvorhaben AlcaSynn den Siegerscheck. Den sechsten Platz belegte Inte:Ligand Software-Entwicklungs und Consulting GmbH, ein weiteres Ausgründungsprojekt der Universität Innsbruck mit Sitz in Maria Enzersdorf (NÖ). Insgesamt hatten 205 Gründerunternehmen aus dem Bereich Life-Sciences (Medizin, Pharma) und Chemie an dem vom hessischen Wirtschaftsministerium und den Firmen Aventis und Dechema organisierten Wettbewerb teilgenommen und ihre Businesspläne für neue Geschäftsideen vorgelegt. Zwettler: "Besonders erfreulich ist, dass sich die österreichischen Gründerunternehmen gegen die deutsche Konkurrenz hervorragend behaupten konnten."

Das Siegerunternehmen AlcaSynn entwickelt neuartige Medikamente gegen Arthritis und chronische Schmerzen. "Unser Ziel ist die Entwicklung neuer peripher wirksamer Therapeutika zur Langzeittherapie von rheumatoider Arthritis und chronischen Schmerzen ohne Nebenwirkungen und Suchtpotential", sagt Helmut Schmidhammer, der AlcaSynn-Projektleiter. Rheumatoide Arthritis basiert auf einem chronischen Entzündungsprozess, der die Patienten deutlich beeinträchtigen kann und mit starken Beschädigungen insbesondere der Gelenke einhergeht. Schmidhammer: "Existierende Therapien können den Krankheitsverlauf bisher nicht zufriedenstellend heilen und sind mit einem Spektrum an Nebenwirkungen versehen." In der Schmerztherapie und vor allem der Langzeittherapie ist immer noch die schwierige Balance zwischen Wirksamkeit und den potentiellen Nebenwirkungen herkömmlicher Medikamente der limitierende Faktor. "Durch Adressierung spezieller Opioid-Rezeptoren mit maßgeschneiderten Wirkstoffen eröffnet AlcaSynn Möglichkeiten der Entwicklung von Therapeutika mit verbesserter Wirksamkeit und geringeren Nebenwirkungen", erklärt Peter Kayatz, Vertreter des AlcaSynn-Teams bei der Prämierung in Frankfurt. Die Entwicklung dieser Wirkstoffe wird bis in die klinische Entwicklung (Phase II a) durchgeführt. Die weitere Entwicklung, Zulassung und Vermarktung erfolgen in Kooperation mit einem Pharmapartner.

Das sechstplatzierte Unternehmen Inte:Ligand entwickelt eine Softwaremethode, mit der Neuentwicklungen von Arzneimitteln auf Fehlschläge hin untersucht werden können, lange bevor diese Medikamente im großen Rahmen teuer hergestellt und in klinischen Tests ausprobiert werden. Thierry Langer von Inte:Ligand: "Wir entwickeln eine neuartige, integrierte Software zur Verbesserung der Leitstrukturfindung und Optimierung bei der Entwicklung neuer Medikamente und bieten Consulting in diesem Bereich an." Die Kosten für Wirkstoffentwicklungen sind auf bis zu eine Milliarde Euro für ein neues Medikament angestiegen. Durch aussagefähige Modelle und Vorhersagen in der frühen Phase der Wirkstoffentwicklung können deutliche Kosteneinsparungen erzielt werden. Langer: "Die neuartige Software ist in mehrere Module gegliedert. Sie soll zum einen das Zusammenwirken von biologischen Reaktionskaskaden wiedergeben, so dass die gesamten Auswirkungen von Wirkstoffen und pharmakologische Eigenschaften frühzeitig sichtbar und kostenintensive Fehlentwicklungen rechtzeitig vermieden werden." Weiters sind Module integriert, die das Auffinden potentieller neuer Wirkstoffe ermöglichen und die Entwicklungszeit
verringern sollen. (BS)

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