Kossina: Der WÖLI ist ein Erfolg

"Nachwuchs" Gastrowöli folgt

Wien (OTS) - Seit Jänner 2003 gibt es für Wiener Haushalte den kostenlosen Ölsammelkübel (Wöli). Im ersten Halbjahr wurden 84.000 Sammelkübel abgegeben. "Ich freue mich über diese Akzeptanz, denn der Wöli schont die Umwelt und vereinfacht die Sammlung von Altspeiseöl. Gleichzeitig können wir eine intelligente Lösung für die Verwertung des Öls anbieten. Jetzt bauen wir das Sammelsystem auch auf die Gastronomie aus", betonte Umweltstadträtin Dipl.-Ing. Isabella Kossina am Mittwoch bei einem Mediengespräch mit der Wirtschaftskammer und der AVE-Entsorgung.

Auch der Rücklauf der vollen Kübel beginnt nun anzulaufen. Schon 12.500 Behälter wurden zurückgebracht. Kossina: "Gerade in den letzten Wochen ist die Rücklaufquote steil nach oben gegangen. Die 48er schätzt, dass der durchschnittliche Haushalt zirka vier bis fünf Monate für eine Füllung des WÖLI brauchen wird. Im Umlauf befinden sich bereits 6.240 schon einmal verwendete und danach gereinigte WÖLI-Behälter."

An Altspeiseöl fallen in Wien pro Jahr rund 16.000 Tonnen an. Davon sind rund 8.000 Tonnen wiederverwertbar. Kossina: "Im Bereich der Gastronomiebetriebe liegt ein beachtlicher Anteil dieses Potentials. Um so wichtiger ist der aktive Beitrag dieser Wirtschaftsbranche zum Schutz der Wiener Umwelt."****

Neue Sammelbehälter für das Gewerbe

Nach dem Projekt "Wöli für jeden Haushalt" gibt es nun auch Sammelbehälter für das Gewerbe, den sogenannten Gastro-Wöli. Der Behälter hat ein Fassungsvermögen von 25 Liter und wird an Gastronomiebetriebe vergeben. Wegen der Größe ist hier eine Abholung und Abgabe nur auf den 19 Mistplätzen möglich.

Bei der Erstabholung wird eine Schutzgebühr von EUR 5,00 eingehoben, der weitere Tausch erfolgt gratis. Die Betriebe werden in den nächsten Tagen von der Wiener Wirtschaftskammer über die neue Sammelmöglichkeit informiert.

Die kleinen WÖLI's gibt es weiterhin gratis auf allen Mistplätzen Montag bis Samstag von 10-18 Uhr und bei den Problemstoffsammelstellen - Öffnungszeiten (Mo-Do 16-18, Fr 14-18, Sa 8-12). Der volle Kübel kann zu jeder Sammelstelle gebracht werden und wird dort gegen einen sauberen gratis ausgetauscht.

Gesammelt werden gebrauchte Frittier- und Bratfette, Fette und Öle aus Friteusen, Öle von eingelegten Speisen (z.B. Sardinen) und verdorbene Speisefette. Nicht in den Behälter gehören Mineral-, Motor- und Schmieröle, Majonäsen, Salatsaucen und Dressings, Marinaden und andere Speisereste. Auch sollen die gesammelten Öle nicht verunreinigt, also frei von Bröseln und Speiseresten sein.

Die vollen WÖLI-Sammelgefäße werden anschließend in der Zentralen Problemstoffsammelstelle bei der Abfallbehandlungsanlage zwischengelagert und von der Firma AVE nach Wels zur Entleerung und Reinigung in der Waschanlage des Oberösterreichischen Landes-Abfallverwertungsunternehmens LAVU transportiert.

Die gereinigten Behälter kommen wieder zurück zu den Mistplätzen und der Kreislauf beginnt erneut. Verwendungsmöglichkeiten für das gesammelte Altspeiseöl sind zum Beispiel die Herstellung von Seifenprodukten und Reinigungsmitteln, auch Biodiesel für Kraftfahrzeuge können hergestellt werden.

Gastro-Wöli einfache Entsorgungsmöglichkeit

"Der Gastro-Wöli ist eine wertvolle Ergänzung zu den 14 privaten Entsorgungsunternehmen die bereits Altspeisefette von Gastronomiebetrieben abholen", betonte Josef Bitzinger, von der Wiener Wirtschaftskammer".

Wie der große Erfolg der Altstoffsammlung auf den Wiener Mistplätzen zeigt - auch bei dieser Sammelaktion können kleinere Mengen an Altstoffen kostenlos auf den Wiener Mistplätzen abgegeben werden - werden einfache und unbürokratische Entsorgungsmöglichkeiten von den Wiener Unternehmern gerne angenommen.

Der Gastro-Wöli werde vor allem für kleinere Gastronomiebetriebe, wie Imbiss-Stuben und Würstelstände eine vereinfachte Entsorgungsmöglichkeit für deren Altspeisefette bringen, da das Sammelgebinde mit 25 Litern Inhalt auf die Bedürfnisse dieser Unternehmen abgestimmt sei, so Bitzinger.

Die Bereitschaft der Wiener Unternehmer aktiv Umweltschutzmaßnahmen zu setzen zeige sich auch bei dem Umweltprogramm Umweltzeichen Tourismus. Bereits 68 Wiener Betriebe nehmen freiwillig an diesem speziellen Umweltprogramm für Hotellerie-und Gastronomiebetriebe im Rahmen des ÖkoBusinessPlan Wien teil.

Die Wiener Umweltzeichen Betriebe erfüllten strenge ökologische Kriterien. Bitzinger: "So sind zum Beispiel Energiekonzept und Energiebuchhaltung für diese Betriebe kein Fremdwort. Der Wirkungsgrad ihrer Heizungsanlagen ist grundsätzlich größer als 90 Prozent. Wassersparende Spülkästen auf den Toiletten sind genauso selbstverständlich wie Behälter für die getrennte Sammlung von Abfällen oder umweltfreundliche Wasch- und Reinigungsmittel".

Die AVE eines der größten Entsorgungsunternehmen Österreichs mit Sitz in Hörsching verfügt neben den Standorten in Wien über weitere 9 Standorte in Österreich sowie 2 thermische Abfallverwertungsanlagen in Lenzing (AVE Reststoffverwertung Lenzing) und Wels (Betriebsführung der WAV). Die AVE Entsorgung GmbH ist seit 01. Jänner 2003 100% Eigentümerin der Fa. Anton Satorina Ges.m.b.H.

Die Fa. Satorina holt im Auftrag der Stadt Wien, die an mehreren Problemstoffsammelstellen der Gemeinde Wien bereitgestellten Problemstoffe ab und transportiert diese mit geeigneten Fahrzeugen zu den von der Stadt Wien gewünschten Übernahmestellen.

Um auf diese Kampagne aufmerksam zu machen, wurden diese Fahrzeuge mit Werbefolien der Stadt Wien betreffend der WÖLI-Aktion beklebt. "Diese Aktion wird von der AVE unterstützt, weil vielerorts noch über die Toilette oder den Küchenabfluss Abfälle in die Kanalisation 'entsorgt' werden", betont Peter Hodecek, von der AVE.

Eine sinnvolle Verwertung dieser Abfälle (z.B. zu Seifen) ist möglich und die zur Verfügung stehenden 3-Liter Behälter sind leicht zu handhaben. Sie finden auch in der kleinsten Küche platz. Durch dieses Sammelsystem wird die Abfalltrennung im Haushalt wesentlich erleichtert. (Schluss) bfm

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