Grüne/Weinzinger: Umfassende Aufklärung im Fall des Frauenhändlerringes

Forderung an Strasser, Ausnahmeregelung im Aufenthaltstitel zu ermöglichen

Wien (OTS) "Es muss sofort geklärt werden, ob der österreichische Frauenhändler und seine Komplizinnen selbst - also als Bevollmächtigte - die Anträge für die betroffenen Frauen an die Österreichische Botschaft in der Dominikanischen Republik gestellt haben," fordert die Frauensprecherin der Grünen, Brigid Weinzinger, in Reaktion auf die Aushebung des Frauenhändlerringes in Niederösterreich. Wenn diese Anhäufung von Anträgen von immer identen Bevollmächtigten in der Österreichischen Botschaft schon nicht aufgellen ist, hätten spätestens die Bezirkshauptmannschaften hellhörig werden müssen, da ja alle sechs Monate eine Verlängerung der Visa nötig ist", so Weinzinger.

Mit einem Visum als Prostituierte oder Tänzerin können die betroffenen Frauen zwar nach Österreich kommen, erhalten aber kein Niederlassungsrecht. Somit dürfen sie keiner anderen Beschäftigung nachgehen, da sie sonst ihr Aufenthaltsrecht verlieren. Weinzinger richtet die dringliche Forderung an BM Strasser mit einer Ausnahmeregelung den Aufenthaltstitel der betroffen Frauen zu ändern:
"So könnten sie aus ihrer Tätigkeit als Prostituierte aussteigen und ihrer Abhängigkeit von den Bordellbesitzern entkommen", so Weinzinger, und weiter: "Die Frauen sitzen in einer Doppelfalle. Sie sind hoch verschuldet und haben kein Geld. Das wiederum festigt ihre Abhängigkeit von den Bordellbesitzern."

Durch das geltende Recht werden Bordell- und Klubbesitzer bevorzugt. Die betroffenen Frauen haben das Nachsehen. "Wenn Frauen legal als Prostituierte nach Österreich geholt werden, müssen sie künftig ein Niederlassungsrecht erhalten. Sonst ergreift der Gesetzgeber -durchaus unfreiwillig - Partei für Bordellbesitzer. Schluss damit, dass Frauen in die Prostitution gezwungen werden! Sie müssen die Chance bekommen, wieder auszusteigen", schließt Weinzinger.

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