Ladenöffnung: GPA-Appell an Nationalratsabgeordnete

Weitere Freigabe widerspricht ÖAAB-Antrag an Bundesarbeitskammer

Wien (GPA/ÖGB). Die Gewerkschaft der Privatangestellten appelliert angesichts der für morgen im Parlament angesetzten Abstimmung über die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten insbesondere an die ArbeitnehmerInnenvertreterInnen von ÖVP und FPÖ im Nationalrat: "Die Zustimmung zum Regierungsvorhaben müsste eindeutig als Preisgabe der Interessen von rund 300.000 im Handel beschäftigten Menschen gewertet werden. Darüber hinaus sind zusätzlich rund 300.000 Beschäftigte im Dienstleistungsbereich betroffen. Die geplante weitere Freigabe der Ladenöffnungszeiten führt zu nachhaltigen Verschlechterungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und steht außerdem in deutlichem Widerspruch zu wesentlichen Zusagen im Regierungsprogramm", betont der stv. Geschäftsbereichsleiter der GPA, Erich Reichelt.++++

Die GPA forderte in den vergangenen Tagen per Email die betreffenden Abgeordneten auf, ihre soziale Verantwortung gegenüber den ArbeitnehmerInnen im Einzelhandel sowie deren Familien wahrzunehmen. Sie wies dabei auf einen am 18. Juni 2003 vom ÖAAB bei der Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer eingebrachten Antrag hin, der sich klar gegen eine Erweiterung der jetzt bestehenden Öffnungszeiten ausspricht und auf die negativen Konsequenzen einer weiteren Freigabe hinweist. - "Dieser ÖAAB-Antrag wurde von den KammerrätInnen des ÖAAB, der FSG und der Freiheitlichen ArbeitnehmerInnen einstimmig angenommen und sollte für die morgige Abstimmung gerade für die ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen im Parlament eine Richtlinie sein", so Reichelt.

Die weitere Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten trifft vor allem Frauen, die mit 70 Prozent den weitaus größten Teil der Handelsbeschäftigten ausmachen. "Die Regierung verspricht in ihrem Programm eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, setzt aber gleichzeitig keinerlei notwendige Schritte zur Schaffung dringend benötigter Kinderbetreuungseinrichtungen und Sicherstellungen von Verkehrsverbindungen. Nach der kürzlich beschlossenen so genannten Pensionssicherungsreform werden Frauen durch die Regierungspolitik erneut zu VerliererInnen". Bezeichnend sei, so Reichelt abschließend, dass die Regierung bei den morgen zur Abstimmung stehenden Bestimmungen zur Ladenöffnung die gewerkschaftlichen Forderungen unbeachtet gelassen hat und keinen Bezug auf notwendige finanzielle und soziale Rahmenbedingungen nimmt.

Rückfragen & Kontakt:

GPA
Mag. Isabel Koberwein
Telefon: (01) 313 93-207
Mobil: 0676/817 111 207
eMail: isabel.koberwein@gpa.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003