Bittner: Zweiter Anlauf für Postenschacher im Hauptverband

Zur Verschwendung von 971.000 Euro jährlich sollen nun weitere 250.000 dazukommen

Wien (OTS) - Die vor kurzem wegen des Abstimmungsverhaltens der
FPÖ im Bundesrat verschobene Kür zusätzlicher Hauptverbands-Geschäftsführer - darunter die ehemalige FPÖ-Abgeordnete Hartinger - soll nun nach dem demonstrativen Wohlverhalten der Haupt-FP beim Abfangjägerkauf doch noch kommenden Mittwoch durchgezogen werden.

Dem Vernehmen nach scheint die Zustimmung der FP-Vertreter im Verwaltungsrat zu einer Ausweitung der Geschäftsführung auf vier Personen jedoch noch keineswegs sicher. Die dem "Kärntner Flügel" der FP zugerechneten Verwaltungsräte sollen der Meinungsänderung von Bundesminister Haupt von "mehr als drei kommen nicht in Frage" zur Zustimmung für vier Geschäftsführer bis dato nicht gefolgt sein.

Während noch vor Kurzem argumentiert wurde, vor einer zusätzlichen Geschäftsführerbestellung sollte der nach dem Sommer zu erwartende Spruch des VfGH zur äußerst problematischen Umkonstruktion des Hauptverbandes abgewartet werden, soll nun doch noch schnell zusätzliches Beitragsgeld der Versicherten in die Versorgung abgewählter PolitikerInnen investiert werden.

Zur Erinnerung: Während der Aufwand für Verwaltungskörper unter Präsident Sallmutter vor der VP-FP-"Umgestaltung" 1999 noch bescheidene 156.000 Euro betrug, sind die Kosten für die "neue" Hauptverbandsführung auf 1.126.600 Euro explodiert (Verwaltungskörper plus neues "Controlling"). Parallel dazu ist der Personalaufwand des Hauptverbandes um 4,4 Prozent gestiegen (bei der WGKK konnte eine Senkung von 1,4 Prozent erzielt werden). Mit der unnotwendigen Bestellung von zwei zusätzlichen Geschäftsführern werden jährlich weitere 500.000 Euro an Versichertengeldern für die schwarz-blaue Politikerversorgung verschwendet. "Mit Summen in dieser Größenordnung könnte etwa eine flächendeckende Kariesprophylaxe in Schulen und Kindergärten finanziert werden" stellte der Vorsitzende der Hauptversammlung im Hauptverband der Sozialversicherungsträger Franz Bittner fest.

1999 ist der Hauptverband mit insgesamt 38 Funktionsträgern gut ausgekommen, durch die "Reform" der VP-FP-Koalition sind gegenwärtig nicht weniger als 106 Funktionäre im Hauptverband tätig.

Bittner dazu: "Diese Verwaltungsaufblähung und ungenierte Bedienung aus öffentlichen Töpfen durch Politgünstlinge von VP und FP ist unerträglich. Die Regierungsparteien die permanent von 'Sparen in der Verwaltung' reden, gleichzeitig aber solche Zustände herbeiführen, haben jede Glaubwürdigkeit zum Thema 'Strukturreform der Sozialversicherung' verloren". (jp)

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