Werbung vs. Politik beim ersten IAA-Business-Lunch

Medienstaatssekretär Franz Morak versichert der Kommunikationsbranche offene Ohren

Wien (OTS) - Am Freitag, dem 4. Juli 2003, fand auf der Wiener Summerstage der erste vom Austrian Chapter der IAA (International Advertising Association) initiierte "Business Lunch" statt. Dieses in Zukunft regelmäßig stattfindende Treffen hochrangiger Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Medien und Politik erwies sich schon bei der Premiere als geeignete Plattform für branchenübergreifenden Informationsaustausch.

Morak: "Liebeserklärung" an die Werbewirtschaft

Als ersten Gast dieser neuen Veranstaltungsreihe konnte IAA-Präsident Dkfm. Erich-Helmut Buxbaum Medienstaatssekretär Franz Morak begrüßen, dessen Referat mit dem Titel "Impulse für die Alltagskultur (Werbung)?" gleichsam eine "Liebeserklärung" an die Kommunikationsbranche darstellte: "In der Werbung wie am Theater steht das rare Gut der Aufmerksamkeit im Vordergrund, das mittlerweile zum wichtigsten internationalen Zahlungsmittel in der Wirtschaft wurde. Schon deshalb fühle ich mich als ehemaliger Künstler mit der Werbung verbunden." Morak verwies an dieser Stelle auf das beachtenswerte Buch des Wiener Universitätsprofessors Georg Franck: "Ökonomie der Aufmerksamkeit".

Werbung ist die Kunst der heutigen Zeit

Ebenso unterstrich der Staatssekretär die künstlerische Bedeutung von Werbung in der heutigen Zeit und wies auf die Problematik des sehr traditionellen europäischen Kulturverständnisses hin, das lediglich der Oper, dem Theater und der Musik Beachtung schenkt. "Genauso wie Beethoven für sein Jahrhundert wird mediale Kunst für unsere Zeit in die Geschichte eingehen. Daher sollte man sich auch nicht genieren, über Werbung zu reden, die gerade in Österreich nach wie vor einen eher schlechten Ruf genießt", so Morak.

Die Politik als Weichensteller

Für den Kunst- und Medienstaatssekretär kann die Politik allerdings nicht im finanziellen Sinn als Förderer dieser "neuen" Kunstrichtung auftreten: "Das Budget eines einzigen Hollywoodfilms ist größer als das gesamte Medienförderungsprogramm der EU in den nächsten zehn Jahren." Vielmehr muss der Gesetzgeber die Infrastruktur schaffen, in der Medien und Werbung gedeihen können. Morak lobte in diesem Zusammenhang die Leistung der aktuellen Bundesregierung, den Medienmarkt zu liberalisieren, besonders was den ORF und private TV-Lizenzen betrifft. Zudem unterstrich Morak den in der Regierungserklärung verankerten Willen, die Werbesteuer im Jahr 2005 abzuschaffen: "Ich weiß, dass in dieser Richtung Handlungsbedarf gegeben ist, und bin mit dieser Meinung innerhalb der Bundesregierung nicht allein."

Im Anschluss stand Morak für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Dabei wurde das Tabakwerbeverbot angesprochen, bei dem Morak auf die gesellschaftspolitische Notwendigkeit einer gewissen Lenkung hinwies. Zum Thema Reform der Presseförderung konnte der Staatssekretär auf die nächste Woche zu Ende gehenden Verhandlungen hinweisen. In Zukunft soll zwar nicht mehr, aber wirkungsvoller Geld aus den entsprechenden Töpfen verteilt werden, so der Staatssekretär.

IAA-Präsident Dkfm. Erich-Helmut Buxbaum zeigte sich im Anschluss an die Veranstaltung zufrieden. Für ihn sind informelle Plattformen wie der "Business Lunch", bei denen sowohl politische Entscheidungsträger als auch Vertreter der Wirtschaft zusammentreffen, eine sehr wichtige Gelegenheit, gegenseitig Standpunkte auszuloten und Auffassungsunterschiede abzuklären. Davon, dass solche Treffen nicht nur optischen Charakter haben, ist Buxbaum überzeugt: "Ich bin sicher, gerade bei Franz Morak auf ein offenes Ohr für die Anliegen der Kommunikationsbranche zu stoßen."

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