"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Ein Flop, aber keine Tragödie" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 03.07.2003

Wien (OTS) - Als Geheimfavorit für die Winterspiele 2010 ist Salzburg ins Rennen gegangen und dann bei der gestrigen Abstimmung schon im ersten Wahlgang sang- und klanglos ausgeschieden. Da wird sich auch der Bundeskanzler nicht gefreut haben, der (nebst Superstar Hermann Maier) extra angereist war, um der heimischen Bewerbung in letzter Minute zusätzlichen Schwung zu verleihen.

Eines muss jedenfalls klar sein: Wir haben gestern keine sportliche Niederlage erlitten, sondern allenfalls eine wirtschaftliche. Die Winterspiele hätten etlichen Unternehmen Mehrumsätze und dem Staat zusätzliche Steuereinnahmen gebracht. Andererseits ersparen wir uns hunderte Millionen Euro für Investitionen in die Olympiastätten, die wir uns eigentlich ohnehin nicht leisten können.

Die Blamage und der Schaden halten sich jedenfalls in Grenzen. Immerhin hat es Salzburg ja bis ins Finale geschafft. Und auf der internationalen politischen Ebene überdeckt der gestrige skandalöse Ausrutscher des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi ohnehin alles andere.

Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ein österreichischer Kanzler einem europäischen Abgeordneten im EU-Parlament geraten hätte, die Rolle eines KZ-Aufsehers zu spielen. Dagegen hätten sich die "Sanktionen" beim Antritt der ersten schwarz-blauen Regierung harmlos ausgenommen - vor allem aber: Sie wären berechtigt gewesen.

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