IEA bescheinigt Österreich hohe Sicherheit in der Energieversorgung

IEA-Direktor Mandil präsentierte Prüfbericht der österreichischen Energiepolitik - Bartenstein betont notwendige Senkung der Netzkosten

Wien (BMWA/OTS) - "Der soeben fertig gestellte Prüfbericht der Internationalen Energie Agentur (IEA) bestätigt Österreich eine hohe Sicherheit bei der Energieversorgung, einem der wichtigsten Ziele der Energiepolitik. Auch die zügige und effiziente Strommarktliberalisierung, vor allem das System mit dem reguliertem Netzzugang und der unabhängigen Regulierungsbehörde, findet Anerkennung." Dieses Lob hob Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein heute bei einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation des "Energy Policies of IEA Countries - Austria 2002 Review" (Bericht über die Tiefenprüfung der österreichischen Energiepolitik) der IEA durch Claude Mandil, den Executive Director der Agentur, hervor. Handlungsbedarf gebe es allerdings bei den Netzkosten, bei denen Österreich im Spitzenfeld liegt. ****

Wie Bartenstein im Detail betonte, hat Österreich bei Elektrizität im internationalen Vergleich mit einer gesicherten Reserve von 3.700 Megawatt der Engpassleistung (35% der Leistungsüberkapazität) einen der dicksten Sicherheitspolster. Dazu käme dank des Wasserkraftreichtums der hohe Eigendeckungsgrad von über 70%, der neben Umweltfreundlichkeit ein hohes Maß an Zuverlässigkeit bei der Bereitstellung dieses Energieträgers bietet. Bei der Gasversorgung liegt die Speicherkapazität in Relation zum Jahresverbrauch mit einem Volumen von rund 2,3 Milliarden Kubikmetern, dem Verbrauch von vier Monaten, unter den EU-Staaten an erster Stelle. Auch für die verlässliche Versorgung mit Erdölprodukten mit dem System der Notstandsreserven und der Vorsorge für Ölkrisen habe es Anerkennung durch die IEA gegeben, erklärte Bartenstein.

Unbefriedigende Situation bei den Netztarifen

Erfolge bei der Liberalisierung des Strommarktes seien unbestritten, wegen der hohen Netzkosten liege Österreich aber trotz niedriger Produktionskosten bei den Strompreisen im EU-Vergleich nur auf Platz acht. Laut Europäischer Kommission waren im April 2003 in Österreich die Netztarife für Großabnehmer die dritthöchsten, die Netztarife für Gewerbe- und Haushaltsstromkunden überhaupt die höchsten. Diese Situation ist für Bartenstein "absolut unbefriedigend". Die Energie-Control Ges.m.b.H. überprüfe daher bereits die Kosten aller 130 Netzbetreiber in Österreich und arbeite bereits an entsprechenden Modellen zur Senkung der Tarife. Mit einem Benchmarksystem, das im nächsten Jahr eingeführt werden soll, werde einer Empfehlung der IEA bereits Rechnung getragen.

Hoher Anteil erneuerbarer Energieträger wichtig für Umweltschonung

Mit dem Anteil erneuerbarer Energieträger am Gesamtenergieaufkommen im Ausmaß von fast einem Viertel hat Österreich in den letzen Jahren den Platz 4 unter den OECD-Ländern erreicht. Für die IEA geben die bisherigen Bestrebungen Österreichs zur Erreichung der Ziele des Kyoto-Protokolls aber dennoch einen der wenigen Anlässe zur Kritik: Bartenstein bemerkte dazu, dass die energiepolitischen Schwerpunkte der kommenden Jahre auf der Erreichung des Klimazieles liegen werden und beträchtliche Investitionsvolumina, nämlich 220 bis 240 Millionen Euro pro Jahr, zur Förderung erneuerbarer Energieträger bereitgestellt werden. Forciert sollten vor allem jene Maßnahmen werden, die mit den verhältnismäßig geringsten Kosten den größtmöglichen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase bieten werden. Wirtschaftsministerium und E-Control werden daher zur Förderung erneuerbarer Energien eine genaue Kostenkontrolle einführen und die Auswirkungen auf andere Wirtschaftsbereiche beobachten, kündigte Bartenstein an.

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