Warum soll Voest als Schnäppchen verkauft werden?

SP-Klubobmann Dr. Frais: Firmenwert der voestalpine AG wird sich durch Investitionen bis 2006 verdoppeln=

Keine sichere Zukunft für die Voest, aber genug Gründe für intensive Besorgnis brachte der gestrige ÖIAG-Gipfel im oberösterreichischen Landhaus. Die SPÖ-Argumentation, wonach es keine sichere Alternative zur ÖIAG als Kernaktionär mit 25 Prozent plus einer Aktie gebe, wurde auch durch die Aussagen von ÖIAG-Vertreter Wieltsch bestätigt. "Die Auswahl eines konkreten Käufers wird nicht der Politik obliegen – weil die Wettbewerbsbedingungen der EU zu beachten sind und jedes Angebot geprüft werden muss," so SP-Klubchef Frais. Auch der Zeitpunkt für die Voest-Privatisierung ist denkbar schlecht gewählt:
denn – laut Voest-Generaldirektor Struzl – werde sich der Firmenwert der Voest aufgrund der immensen Investitionen im Rahmen des Programms "Linz 2010" bis 2006 verdoppeln. Er hätte es für gut befunden, wenn die ÖIAG bis zum Ende der Erweiterungsphase der Voest Kernaktionär geblieben wäre. "Der von der Bundesregierung ausgeübte Privatisierungsdruck schafft keine langfristige Sicherheit für die Voest, bietet Privatinvestoren ein gutes Geschäft und macht die Voest zu einem international begehrten Schnäppchen," warnt Frais.

Wieltsch gestern im Landhaus: "Bei einer Veräußerung des ÖIAG-Anteils der Voest ist eine Bindung des neuen Eigentümers hinsichtlich der Behaltefrist der Anteile im Ausmaß von maximal 3 bis 5 Jahren möglich. Das würde aber zu einem starken Rückgang des Verkaufserlöses für die ÖIAG führen." Was nach der 5jährigen Behaltefrist passiere, darauf habe man – auch bei einer oberösterreichischen Lösung – keinen Einfluss, erklärt Frais.

"Die Weichen für den fortschreitenden Ausverkauf Österreichs sind schon gestellt. Bei der Telekom Austria sind die Verhandlungen mit dem Schweizer Staatsbetrieb Swisscom weit fortgeschritten und auch die Post soll an die mehrheitlich in deutschem Staatsbesitz befindliche Deutsche Post AG verkauft werden. Bei der OMV hingegen ist bis 2006 ein Privatisierungsaufschub geplant – da stellt sich die Frage, warum nicht auch bei der Voest die ÖIAG weiterhin einen Kernaktionärsanteil halten kann," kritisiert der SP-Klubobmann die Pläne der Bundesregierung.

"Wie wichtig ein Kernaktionärsanteil in staatlichen Händen ist, zeigt sich derzeit bei der VA Tech. Das Schicksal dieses ehemaligen Voest-Alpine-Schwesternbetriebs hängt nun aufgrund undurchsichtiger Börsengeschäfte völlig in der Luft," so Frais. "Das neoliberale Privatisierungsprinzip der Bundesregierung ist kein Allheilmittel – im Gegenteil, es birgt viele Gefahren und Probleme in sich. Denn wer alle seine Leitbetriebe verscherbelt, wird in Hinkunft kaum mehr als der Spielball internationaler Finanzjongleure und Konzerne sein."

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