Postbus: Neuerlicher Streik liegt in der Luft

Postgewerkschaft genehmigt Streik, wenn Verhandlungen scheitern

Wien (GPF/ÖGB). Bei der Postbus AG liegt wieder ein Streik in der Luft. Sollten am kommenden Freitag die Verhandlungen mit dem Vorstand über geplante Lohnkürzungen scheitern, darf vorbehaltlich der Zustimmung des ÖGB-Präsidiums gestreikt werden.++++

Der Streikbeschluss im Wortlaut:
Der Zentralvorstand der GPF beschließt die Abhaltung von Streiks im Bereich der Österreichischen Postbus AG, wenn die derzeit laufenden Verhandlungen bis Freitag, den 4.7.2003 zu keinem für den Zentralausschuss der Postbus AG zufrieden stellenden Ergebnis führen. Das Präsidium wird im Falle des Scheiterns der letzten Verhandlungsrunde am Freitag, dem 4.7.2003, beauftragt, noch am selben Tag an das ÖGB-Präsidium zwecks Genehmigung von Streiks bei der Postbus AG heranzutreten.

Die Gründe für die Notwendigkeit der Streikmaßnahmen sind:

Die Unternehmensleitung der Postbus AG beabsichtigt, jedem Autobuslenker sein Einkommen durchschnittlich um 180,-- Euro zu kürzen.
Die Unternehmensleitung will betriebsbedingte bzw. fahrplanmäßige Steh- und Wartezeiten nur mehr zu 35 Prozent bezahlen. Diese Maßnahme gibt es nicht einmal im Branchenkollektivvertrag für Autobuslenker in der Privatwirtschaft.
Die notwendige Zeit für die in der Straßenverkehrsordnung und im Kraftfahrgesetz vorgeschriebenen Überprüfungen der Verkehrs- und Betriebssicherheit wird zukünftig nicht mehr im erforderlichen Ausmaß jedem Lenker bezahlt.
Innerbetrieblich notwendige Arbeiten, wie z.B. Einnahmenabrechnung, Tanken etc. sind in Hinkunft in der Freizeit zu erledigen.
Die Umsetzung aller Maßnahmen beginnt mit dem Schulbeginn September 2003.

Die Mitglieder des Zentralvorstandes verwehren sich grundsätzlich gegen die Ausbeutung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, indem dienstlich notwendige Tätigkeiten von der Unternehmensleitung nicht mehr bezahlt werden, sondern von den Betroffenen in ihrer Freizeit zu erledigen sind. Betriebsbedingte und fahrplanmäßige Wartezeiten sind auch in Zukunft von der Unternehmensleitung der Postbus AG zu verantworten und daher auch den betroffenen Lenkern abzugelten.

Enttäuschend für die GPF ist im Besonderen das Verhalten der Unternehmensführung der Postbus AG, die trotz aktiver Mitarbeitsbereitschaft der Belegschaftsvertretung in der Postbus AG die Karte der Verhandlungen zerreißt und unerbittlich und menschenverachtend ihr unsoziales Sparprogramm auf dem Rücken der Postbuslenker einseitig durchziehen will.

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