OeNB - Europäische Kommission veröffentlicht drittes Konsultationspapier

Wien (OTS) - Ab heute, Mittwoch, den 2. Juli 2003, steht das
dritte Konsultationspapier der Europäischen Kommission auf der Basel II-Homepage der OeNB (http://basel2.oenb.co.at) zur Verfügung:

Das europäische Dokument orientiert sich größtenteils an Basel, darüber hinaus beinhaltet es Lösungen für spezifische europäische Themen. So enthält das europäische Konsultationspapier - im Vergleich zum Basler Konsultationspapier - beispielsweise Konkretisierungen nationaler Wahlrechte; darüber hinaus werden auch günstigere Bestimmungen des geltenden EU-Rechts weitergeführt.

In diesem Zusammenhang werden im Brüsseler Dokument nachstehend angeführte Präzisierungen gegenüber dem Basler Dokument -vorgenommen:

+ Im Standardansatz kommen zum Beispiel weniger strenge Kriterien für die Verwendung eines 50% - Risikogewichtes für "Commercial Real Estate" zur Anwendung (die Basler Kriterien werden hier jedoch durch Mindestanforderungen und eine Kriterienliste ersetzt).

+ Bei der Verwendung des einfachen Internen Rating-Ansatzes (Foundation Internal Rating Based Approach FIRB) gibt es im EU-Papier etwa eine deutliche Erleichterung, indem bei den Kategorien "Banken" und "Staaten" - unter gewissen Voraussetzungen - eine permanente Verwendung des einfacheren Standardansatzes ("permanent partial use") gestattet wird.

+ Bei der Risikokategorie "Operationales Risiko" findet sich eine weniger strikte Liste der Kriterien für den "Standardansatz" und den "Advanced Measurement Approach" (AMA).

+ Auch in der dritten Säule zeichnet sich eine Erleichterung ab. Während das Basler Papier wesentliche Informationen auf Halbjahres-Basis fordert, sieht das Brüssler Dokument lediglich eine jährliche Offenlegung vor.

Im Rahmen der dritten und letzten Konsultationsphase der Europäischen Kommission können Kommentare und technische Verbesserungsvorschläge bis zum 22. Oktober 2003 eingebracht werden. Die Oesterreichische Nationalbank wird in Kooperation mit der Finanzmarktaufsicht und dem Bundesministerium für Finanzen einen diesbezüglichen Stellungnahme abgeben.

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht hat bereits Ende April 2003 sein drittes Konsultationspapier zur neuen Eigenmittelbestimmung veröffentlicht. Es ist beabsichtigt, den neuen Akkord - nach einer letzten intensiven Konsultationsphase bis Ende Juli 2003 - noch dieses Jahr zu finalisieren.
Im Vergleich zum vorangegangenen zweiten Basler Konsultationspapier wird prinzipiell die bekannte Struktur beibehalten, wobei in materieller Hinsicht bezüglich der Eigenmittelunterlegung weitere Erleichterungen vorgenommen wurden.

+ So wurde beispielsweise auf Basis der Ergebnisse der "Dritten Auswirkungsstudie" (QIS 3) im Internen Rating-Ansatz die Risikogewichtungsfunktion bei qualifizierten revolvierenden Privatkundenkrediten weiter gesenkt.

+ Ferner können im Standardansatz bei überfälligen Krediten in einem gewissen Umfang Wertberichtigungen angerechnet werden.

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