ÖGJ fordert Runden Tisch zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit

Wie sollen Junge Beitragszeiten sammeln, wenn sie keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben

Wien (ÖGJ). "Was sich die Regierung derzeit leistet, kann nur mehr als schlechter Scherz gesehen werden. Einerseits steigt die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen Monat für Monat und die Regierung schaut tatenlos zu und gleichzeitig wird eine Pensionsreform beschlossen, bei der es gerade für Junge entscheidend ist, Beitragszeiten zu sammeln. Die Jugend wird dadurch doppelt bestraft", erklärt Jürgen Eder, Bundesvorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). "Es ist höchst an der Zeit, dass sich alle Verantwortlichen unter Einbindung der Jugendvertretungen und der Sozialpartner an einen Tisch setzen und das Problem der Jugendarbeitslosigkeit offen diskutieren und Lösungen gefunden werden. Denn internationale Vergleiche oder Beschwichtigungen helfen den Jugendlichen, die keinen Job oder keinen Ausbildungsplatz finden, nicht."++++

Gerade bei der Ausbildung gelte es anzusetzen, so Eder. "Es ist Fakt, dass die Wirtschaft Jahr für Jahr weniger Lehrplätze anbietet. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es um 25,3 mehr Lehrstellensuchende und um 3,7 Prozent weniger sofort verfügbare offene Lehrstellen. Viele gute Ausbildungsbetriebe haben Angst, dass ihre Lehrlinge nach der Lehrzeit von anderen Firmen abgeworben werden, die keine Lehrlinge ausbilden", so Eder. Außerdem könne das Verhältnis zwischen Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen nicht eins zu eins gesehen werden. Denn was nützt eine verfügbare Lehrstelle in Vorarlberg einer jungen Burgenländerin. Für diese Probleme müssen raschest eine Lösung gefunden werden, so der Bundesvorsitzende. "Bereits seit Jahren fordern wir die Einführung des Lastenausgleiches zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben, wodurch die Lehrlingsausbildung durch alle Betriebe finanziert würde. Denn von den gut ausgebildeten Fachkräften profitieren alle. Deshalb muss es auch möglich sein, dass alle ihren Beitrag dazu leisten."

"Wir fordern die Regierung und insbesondere Wirtschaftsminister Bartenstein auf, dem Problem der hohen Jugendarbeitslosigkeit endlich offensiv entgegenzutreten und alle Verantwortlichen unter Einbindung der Sozialpartner und der Jugendvertretungen zu einem Runden Tisch einzuladen", so Eder abschließend. (aw)

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