Arbeitslosigkeit im Juni um rund 9.000 Personen gestiegen-

Der Anstieg betraf verstärkt Männer und Dienstleistungsberufe - Rückgang der Arbeitslosigkeit in Oberösterreich und Kärnten

Wien (OTS) – Ende Juni ist die Arbeitslosigkeit in Österreich im Jahresabstand wieder gestiegen. Mit 200.918 Arbeitslosen waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) um 9.231 oder 4,8 Prozent mehr
Jobsuchende gemeldet als im Juni des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat ging die Arbeitslosigkeit saisonbedingt um 14.037 oder 6,5 Prozent zurück. Die nach EU-Kriterien ermittelte Arbeitslosenquote stieg von 4,3 Prozent im Vorjahr auf 4,4 Prozent (vorläufiger Wert), die nach nationalen Kriterien errechnete Arbeitslosenquote lag mit 5,9 Prozent um 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Der größte Teil des Arbeitslosenanstiegs gegenüber dem Vorjahr war Ende Juni in den Dienstleistungsberufen (plus 7.504 oder 7,5 %) zu beobachten. Am stärksten betroffen waren die Büroberufe (plus 1.581), die Handelsberufe (plus 1.483) und die TechnikerInnen
(plus 1.208). In den drei Saisonberufen waren insgesamt 34.503 Personen arbeitslos vorgemerkt (plus 669 oder 2,0 %). Während bei den Bauberufen die Arbeitslosigkeit zurückging (minus 687 oder minus 5,5 %), stieg sie bei den Fremdenverkehrsberufen (plus 1.224 oder plus 6,3%) und bei den land- und forstwirtschaftlichen
Berufen (plus 132 oder plus 6,7 %). In den Produktionsberufen stieg die Arbeitslosigkeit um 989 oder 1,7% auf insgesamt 58.297 an. Vom Anstieg waren vor allem Hilfsberufe (plus 1.411 oder 5,8 %) betroffen. In den übrigen Berufsobergruppen nahm die Arbeitslosigkeit ab.

Nach Branchen betrachtet stieg die Arbeitslosigkeit vor allem im Dienstleistungssektor (plus 6.955 Personen). Der Anstieg kam durch Zunahmen im Bereich der sonstigen (plus 1.316) und unternehmensbezogenen (1.315) Dienstleistungen sowie im Fremdenverkehr (plus 1.107), im Einzelhandel (plus 558) und im Gesundheitswesen (plus 474) zustande. Im Produktionssektor stieg
die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich nur leicht (plus 534),
in der Baubranche ging die Arbeitslosigkeit zurück (minus 789).

Nach Altersgruppen gesehen stieg die Arbeitslosigkeit am stärksten bei den Jugendlichen (plus 3.381 oder 11,6 %). Bei den Personen im Haupterwerbsalter nahm die Zahl der Jobsuchenden gegenüber dem Vorjahr um 4.079 Personen oder 3,4 Prozent zu. Die Altersgruppe der über 50-Jährigen hatte eine um 1.771 oder 4,1 Prozent höhere Arbeitslosigkeit.

Regional gesehen stieg die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern außer in Oberösterreich und Kärnten. In Oberösterreich sank die Zahl der Jobsuchenden um 1.205 oder 5,7 %, in Kärnten um 104 oder 0,9 %. Einen stärkeren Arbeitslosenanstieg gab es in Wien (plus 5.654 oder 8,2 %), in der Steiermark (plus 1.569 oder 6 %), in Niederösterreich (plus 1.116 oder 3,6 %) und in Vorarlberg (plus 964 oder 14,9 %).

Ende Juni 2003 gab es 3.537 sofort verfügbare vorgemerkte Lehrstellensuchende und 2.524 gemeldete offene Lehrstellen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Lehrstellensuchenden (plus 715 oder plus 25,3%), während die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen zurückging (minus 96 oder minus 3,7%). Weiters waren noch 8.707 (minus 140) sonst an Lehrstellen interessierte Jugendliche vorgemerkt, die zu einem späteren Zeitpunkt eine Lehrstelle antreten möchten.

Die Zahl der arbeitslosen Personen in Schulung lag Ende Juni bei 41.536 (plus 6.956 oder 20,1%). Der Anstieg war in Wien absolut am größten (plus 2.720 oder 26,1%), gefolgt von Oberösterreich (plus 1.046 oder 15,5%), der Steiermark (plus 996 oder 16,1%) und Niederösterreich (plus 882 oder 16,0%). Auch in allen anderen Bundesländern, außer in Tirol (minus 9 oder minus 0,8%), nahm die Zahl der SchulungsteilnehmerInnen zu. Mehr als die Hälfte der SchulungsteilnehmerInnen (57,6%) waren dabei in den Berufsbereichen Büroberufe (8.050), Metall- und Elektroberufe (5.641), Handelsberufe (5.372) und Hilfsberufe (4.844) zu finden.

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