Wirtschaftskammer kritisiert Kürzungen bei Fachhochschulen

Landertshammer: Zukunft der Fachhochschulen erstmals in Frage gestellt - Spielraum für Innovationen geht verloren

Wien (PWK441) - Die vom Bildungsministerium angekündigten massiven Kürzungen im Fachhochschulwesen stoßen bei der Wirtschaftskammer auf Unverständnis. "Fast ein Fünftel aller FH-Studenten studiert an einer Fachhochschule der Wirtschaft in Wien, Salzburg oder Graz und die geplanten Kürzungen des Bundeszuschusses pro Hörer in einer Größenordnung von 20 % sind für uns alle eine große Herausforderung" stellt Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, hierzu fest. Er verweist darauf, dass die Fördersätze seit dem Bestehen des Fachhochschulwesens unverändert geblieben sind, was de facto schon in der Aufbauphase des FH-Wesens ein verstärktes Engagement der FH-Erhalter erforderlich gemacht hat.

Dass sich die Fachhochschulen weiter entwickeln müssen, steht für Landertshammer außer Frage. "Vielerorts geht es allerdings nicht mehr darum, geplante Studierendenzahlen zu erhalten oder größer zu werden, sondern um die Verbesserung der für ein erfolgreiches Studienangebot und für die Forschung erforderlichen Infrastruktur. Da die Effizienzpotenziale im FH-Wesen dabei ohnehin schon praktisch ausgereizt sind, fürchte ich, dass wir durch die angepeilten Kürzungen unseren Spielraum für Innovationen verlieren werden."

Nachdem es im FH-Wesen gelungen ist, innerhalb des letzten Jahrzehnts mit wirtschaftsnahen Studienangeboten sowohl bei Studieninteressenten als auch bei ihren späteren Arbeitgebern eine hervorragende Position einzunehmen, dämpft die Kürzung des Bundeszuschusses naturgemäß die Motivation bei den Erhaltern. Landertshammer: "Angesichts der Erwartungen des Ressorts an den FH-Bereich in Bereichen wie verstärkter Internationalisierung und Forschung wird man sich fragen müssen, welche langfristigen Entwicklungen vom Ministerium für den FH-Bereich vorgesehen sind, wenn gleichzeitig bei FH-Studiengängen so massiv eingespart werden soll."

Besonders problematisch ist nach Landertshammers Aufassung die Einschränkung der Planungssicherheit, die die bisherige FH-Entwicklung gewährleistet hat. "Der Bundeszuschuss ist für die Erhalter so etwas wie die Finanzierungszusage einer Bank bei einem Wirtschaftsvorhaben, die dann zurückgezogen werden kann, wenn Zweifel über den Erfolg des Vorhabens auftauchen. Vor dem Hintergrund der bisherigen erfolgreichen Entwicklung hat das Fachhochschulwesen eine solche Behandlung jedenfalls nicht verdient" stellt Landertshammer abschließend fest. (Ne)

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