PRÖLL: STARTSCHUSS ZU DEN WASSERZUKUNFTS-KONFERENZEN

Auftaktveranstaltung in Gmunden, danach Veranstaltungen in jedem Bundesland

Gmunden (OTS) "Diskutieren wir unsere WasserZukunft" lautet das Motto für die 2. Hälfte im "Jahr des Wassers 2003". Nach der heutigen Auftaktveranstaltung in Gmunden findet in den Monaten September und Oktober 2003 in jedem Bundesland eine regionale WasserZukunftskonferenz statt. Ziel der Konferenzen ist es, unter breiter Einbindung der Länder, Städte und Gemeinden, der Trinkwasserversorger und Abwasserentsorger sowie der Bevölkerung Zukunftsstrategien für Österreichs Wasser zu entwickeln, erklärte Lebensminister DI Josef Pröll anlässlich der Pressekonferenz "WasserZukunft Oberösterreich" gemeinsam mit LH Dr. Josef Pühringer, LR Dr. Hans Achatz und SR DI Hans Sailer, Präsident der ÖVGW, in Gmunden. Veranstalter der Konferenzserie sind das Lebensministerium und die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW).****

Das hohe Interesse am Jahr des Wassers 2003 soll zu einer umfassenden Diskussion über unser Wasser genutzt werden. Als Basis dafür hat das Lebensministerium die zentralen Ziele und Aufgaben für eine gute Wasserzukunft in einer Broschüre zusammenfassend zur Diskussion gestellt. Davon ausgehend sollen gemeinsame Ziele und Strategien entwickelt werden, damit wir in Zukunft unser Wasser gleichermaßen effektiv schützen und nützen können, führte Pröll weiter aus.

Der heutige Startschuss in Gmunden ist auch ein Signal an die Länder und Gemeinden. Sie haben eine wichtige Rolle beim Schutz der Ressource Wasser, sie sind in der Wasserver- und entsorgung sowie beim Schutz vor Hochwässern zentraler Ansprechpartner, sowie bei der Energieerzeugung und im Tourismus wichtige Entscheidungsträger. Daher ist es zielführend, Eckpunkte für eine zukunftsfähige und nachhaltige Wasserwirtschaft in Österreich nicht am "grünen Tisch" zu erarbeiten, sondern in den Ländern und Regionen, gemeinsam mit Wasserexpertinnen und -experten und auch unter Einbeziehung der Bevölkerung.

Wichtige Themen in der Diskussion werden dabei sein: unser Grundwasser, unsere Seen und Flüsse bestmöglich sauber zu halten, qualitativ hochwertiges Trinkwasser zu erhalten, einen nachhaltigen Hochwasserschutz im Einklang mit der Natur zu bewerkstelligen, durch effiziente Strukturen in der Wasserwirtschaft einen effektiven Schutz vor dem Ausverkauf aufzubauen, eine nachhaltige Wassernutzung in der Energiewirtschaft
sicherzustellen und Österreichs gutes Wasser-Know-how besser als bisher international einzubringen.

Österreich hat Wasser in ausreichender Menge und hervorragender Qualität und kann seine Bevölkerung selbst in länger andauernden Trockenperioden versorgen. Es zahlt sich aus, dass in den letzten Jahrzehnten viel in die Gewässergüte, viel in die Reinhaltung von Seen, Flüssen und Grundwasser investiert wurde. Der Ausbau der kommunalen Kläranlagen, der Kanalisation, aber auch Investitionen in die Trinkwasserversorgung haben dazu beigetragen, dass wir international gut liegen. Wir können uns aber dennoch nicht zufrieden zurück lehnen, wir haben eine Reihe von Aufgaben zu bewältigen.

Derzeit wird gerade der Länderbericht Österreich des OECD-Umweltmonitorings in Paris diskutiert. Dieses stellt im Bereich Wasser Österreich ein gutes Zeugnis aus, zeigt aber auch auf, wo wir in den nächsten Jahren ansetzen müssen. Die OECD hält folgendes positiv fest:
- Österreich kann auf die Güte seines Rohwassers für die Trinkwasserversorgung und die Güte des Trinkwassers selbst besonders stolz sein.
- Die OECD weist darauf hin, das es in den letzten Jahren im kommunalen Bereich durch massive Investitionen gelang, die Erhöhung des Anschlussgrades der Haushalte an Kanalisationen und biologisch reinigende Kläranlagen von 72% (bei der vorhergehenden Prüfung 1994) auf 86% im Jahre 2001 zu erhöhen. Die durch die kommunale Abwasserrichtlinie der EU vorgegeben Zeithorizonte konnten unterboten werden.
- Gegenüber der vorhergehenden Prüfung konnten noch vorhandene nicht ausreichend gereinigte industrielle Einleitungen saniert werden.
- Damit einher ging die weitere Verbesserung der biologischen Güte der Fließgewässer (An- stieg der Güteklassen I und II auf 87% der untersuchten Gewässerstrecken).
- Bezüglich der Güte des Grundwassers gelang es, die Werte für Atrazin und seine Abbau- produkte deutlich zu verringern. Die Werte für Nitrat im Grundwasser zeigen, dass die ergriffenen Maßnahmen zu wirken beginnen. Der Mittelwert ist österreichweit nicht mehr zu-nehmend, sondern es gibt erste Anzeichen des Abnehmens. Die Überschreitungshäufigkeit des Trinkwasser-Schwellenwertes - 45 mg/l Nitrat - nahm deutlich ab.
- Österreich nimmt seine Aufgaben zum Gewässerschutz im Donaueinzugsgebiet voll wahr und trägt nur in beschränktem Umfang zur Verschmutzung der Donau bei.

Dennoch hat Österreich nach Ansicht der OECD in den nächsten Jahren noch eine Reihe von Aufgaben zu erledigen. Insbesondere gibt die OECD folgende
Empfehlungen:
- Die Erreichung eines besseren ökologischen Status der Flüsse bei gleichzeitiger Verbesserung des Rückhaltes von Hochwasserwellen.
- Maßnahmen der Raumplanung mit dem Ziel, zum Schutz der Bevölkerung in Hochwasser- gefährdeten Gebieten und bei Unterliegern beizutragen.
- Verbesserung der Wirtschaftlichkeit wie auch der Transparenz der Wasserdienstleistungen (Wasserversorgung wie auch Abwasserableitung und Abwasserreinigung).
- Weitere Maßnahmen in der Landwirtschaft zur Reduktion des Eintrags an Nitrat ins Grundwasser.
- Voller Einblick in die quantitative Wassernutzung und die Schadstoffbelastung durch Betriebe auch auf Bundesebene.
- Österreich sollte weiter bestrebt sein, im Rahmen der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD), wie auch in der Danube-Black Sea Task Force (DABLAS- TF) an Problemlösungen der Gewässerreinhaltung mitzuwirken.

JAHR DES WASSERS 2003 MIT BREITER AKTIONSPALETTE

Das Lebensministerium fungiert in Österreich als zentrale Drehscheibe und Motor für eine Vielzahl an Aktivitäten im Jahr des Wassers 2003. Die Aktionspalette reicht von Broschüren, Wettbewerben, Jugendprojekten, Konferenzen, Wasserfesten, Medienkooperationen, Initiativen von Partnern aus der Wirtschaft bis zu Wasserfilmen und Kreativprojekten rund um Wasser. Das Projekt "Jahr des Wassers" hat aufgrund der enormen Resonanz eine hohe und die vom Lebensministerium erwünschte Eigendynamik erhalten. Eine breite Berichterstattung darüber, stets aktuell, bietet die zum "Jahr des Wassers" extra eingerichtete Internetseite:
www.wasser2003.at. Im Internet besteht auch für jede Österreicherin und jeden Österreicher die Möglichkeit, unter www.wasserzukunft.at seinen Beitrag für eine gute Wasserzukunft zu leisten und mitzudiskutieren.

(SchIuss)

Rückfragen & Kontakt:

BM für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt u. Wasserwirtschaft
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0002