GLOBAL 2000 deckt auf: OMV an schmutzigen Ölgeschäften im ecuadorianischen Regenwald beteiligt

Zerstörung der Quellgebiete des Amazonas - OMV muss Verantwortung übernehmen

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 deckt eine skandalöse Beteiligung des Ölmultis OMV an einem desaströsen Ölprojekt in Ecuador auf. Die Firma hat sich Anfang des Jahres in zwei Ölfeldern (Block 7 und Block 21) im Quellgebiet des Amazonas eingekauft und ist damit an der Zerstörung eines der wichtigsten Naturparadiese dieser Erde beteiligt. "Dadurch ist die OMV mitschuldig an der Zerstörung des einzigartigen Regenwaldes im ecuadorianischen Amazonasbecken. Die Förderaktivitäten zerstören das empfindliche Ökosystem Urwald und rauben den dort lebenden Menschen ihre natürliche Lebensgrundlage. Schon jetzt sind die Wasserläufe verpestet und der Boden in den Fördergebieten vergiftet. Ölförderung und Regenwaldschutz sind unvereinbar", kritisiert GLOBAL 2000-Pressesprecher Andreas Baur, der sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht hat. Noch dazu findet die Ölförderung am Oberlauf des Rio Napo, einer der Quellflüsse des Amazonas, statt. Damit wird ein ganzes Flusssystem, in dem Tiere wie Flussdelfine leben, gefährdet. "Die OMV muss Verantwortung für ihr Engagement übernehmen. Besonders absurd ist, dass die OMV erst im Frühjahr dieses Jahres ökologische und soziale Prinzipien für ihre Arbeit aufgestellt hat. Selbstauferlegte Prinzipien zum Schutz der Umwelt genügen leider nicht, wie der Fall OMV wieder beweist", so Baur.

Der GLOBAL 2000-Klimaexperte Karl Schellmann hat ebenfalls die Ölgebiete im Dschungel bereist. "Die Lage ist sowohl aus ökologischer als auch aus sozialer Sicht eine Katastrophe. In Ecuador wird seit 30 Jahren Öl gefördert, man könnte also meinen, dass Ecuador ein reiches, entwickeltes Land sein müsste. Heute ist Ecuador ein Entwicklungsland und nach Bolivien das zweitärmste Land in Südamerika. Ölkonzerne wie die OMV saugen das Land aus und hinterlassen Zerstörung, Krankheit und Tod", so Schellmann. "Die Flüsse und ungezählten Wasserläufe sind verseucht, das Trinkwasser der Regenwaldbewohner ist verschmutzt. Krankheiten wie Leukämie, Kehlkopf-, Lungen- und Blasenkrebs, Hautausschläge, Fehlgeburten treten auf", so Schellmann weiter.

GLOBAL 2000 fordert die OMV auf, sich umgehend aus den sensiblen Regenwaldprojekten zurückzuziehen. Denn Ölförderung im Regenwald zerstört unweigerlich die biologische Vielfalt der Natur und die Lebensgrundlagen und sozialen Strukturen der indigenen Kulturen. "Der bloße Rückzug genügt jedoch nicht. Es geht um die Rettung der noch unberührten Primärwaldgebiete in Ecuador, die kurz vor der Zerstörung durch Ölkonzerne stehen", so Schellmann und fordert die OMV auf, sich der Initiative für den Stopp aller weiteren Ölförderaktivitäten im Regenwaldgebiet anzuschließen. Schellmann: "Dieses Moratorium ist derzeit das einzige Instrument, das einen Schutz der noch unberührten Regenwaldgebiete in Ecuador bewirken kann. Um ihre Glaubwürdigkeit wieder herzustellen, muss die OMV das Moratorium unterzeichnen."

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Weitere Informationen: GLOBAL 2000, Andreas Baur, Karl Schellmann, Simone Bräuer, Telefon: 0664/103 24 23 oder 0664/814 34 30 oder 0664/501 20 85

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