Gaßner: Verzögerung von Adonis bedeutet weiterhin Mängel im Katastrophenschutz

Wien (SK) Das gesamtösterreichische Funknetz "Adonis" (Austrian Digital Operating Network for Integrated Services) ist vorerst gescheitert. Bis 2005 hätte "Adonis" als einheitliches und abhörsicheres Funknetz installiert werden sollen. Neben dem SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni werfen auch der Präsident des österreichischen Roten Kreuzes Fredy Mayer sowie der Aufsichtsratschef von Siemens Österreich Heinrich von Pierer und Siemens Generaldirektor Hochleitner Innenminister Strasser grobe Versäumnisse in dieser Angelegenheit vor. "Strassers unverständliche und unverantwortliche Versäumnisse bestehen vor allem darin, dass er nicht schon selbst im Vorfeld Verträge mit den Bundesländern als Nutzer des neuen Netzes abgeschlossen hat. Je weniger Nutzer, desto teurer die Nutzungsgebühren für die verbleibenden Nutzer, auf diese Weise wird das Projekt natürlich unattraktiv für alle Beteiligten", erläutert SPÖ-Abgeordneter Kurt Gaßner. ****

"Ein einheitliches Funknetz für alle Blaulichtorganisationen ist für den österreichischen Katastrophenschutz dringend notwendig, ein endgültiges Scheitern dieses Projektes können wir uns nicht erlauben", betont Gaßner.

Die Marktgemeinde Schwertberg war eine jener Gemeinden, die am schlimmsten vom Hochwasser 2002 betroffenen waren. Bürgermeister Gaßner erinnert sich noch sehr gut an die mangelhaften und zeitverzögerten Warnungen, als zunächst nur im oberen Bereich der über die Ufer getretenen Aist alarmiert wurden.

"Hätte man damals ein umfassendes Frühwarnsystem und ein entsprechendes Kommunikationsnetz gehabt, hätten die betroffenen Menschen zumindest noch rechtzeitig ihr Hab und Gut mitnehmen oder in Sicherheit bringen können. Auch zu einer Bedrohung von Menschenleben durch die Flut hätte es dann nicht kommen müssen. Weitreichende Folgeschäden, die heute noch zu spüren sind, hätten verhindert werden können", bedauert der Bürgermeister und SPÖ-Abgeordnete. Er forderte schon damals die Einführung einer einheitlichen Funkfrequenz für Hilfsorganisationen, die in einer Katastrophensituation sofort geöffnet werden und eine effiziente Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte ermöglichen könnte.

Forderung an Innenminister Strasser

"Strasser soll die Konsequenzen aus seinen bisherigen Versäumnissen bezüglich Projektmanagement und -controlling in dieser Causa ziehen und sofort dafür sorgen, dass ehestmöglich ein einheitliches Funknetz in Betrieb gehen kann! Die nächste Katastrophe wartet bestimmt nicht so lange, bis der Herr Innenminister seine Streitereien mit Betreibergesellschaften beigelegt hat. Strasser muss für ein wirksames Katastrophenschutzsystem garantieren können", so Gaßners abschließende Forderung. (Schluss) se/mp

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0003