Urlaub wieder hören

Initiative dazugeHÖREN zeigt Bedürfnisse von Menschen mit Hörminderung in der Reisezeit

Wien (OTS) - Eine Million Österreicher ist bereits im Reisefieber, die westlichen Bundesländer folgen Ende dieser Woche. Dennoch haben nicht alle Urlauber die Möglichkeit, Reiseart und Destination nach Belieben zu wählen. Rund 20 Prozent der österreichischen Bevölkerung leidet an einer Hörminderung, darunter zahlreiche Kinder und auch viele ältere Menschen (beinahe jeder Zweite ab 50 Jahren). Für sie ist eine Urlaubsreise nur dann ein Erlebnis, wenn sie an der Kommunikation teilhaben können. Die Angst vor dem Nichtverstehen wichtiger Informationen lässt viele zu Hause bleiben. Die Initiative dazugeHÖREN zeigt Missstände auf und liefert Lösungsvorschläge für den Reisealltag.

"Bis vor drei Jahren konnte ich meine große Leidenschaft, das Reisen, noch richtig genießen. Seit zwei Jahren trage ich ein Hörsystem, das mir im Alltag wirklich hilft. Reisen unternehme ich allerdings keine mehr, da ich Angst habe im Bus oder im Flugzeug und während meines gesamten Aufenthaltes wichtige Dinge nicht mehr zu verstehen. Außerdem, wohin wende ich mich wenn ich im Ausland plötzlich Probleme mit meinem Hörsystem habe?," so Hans Mayer aus Salzburg. Menschen, die auf Grund ihres Gesundheitszustandes und ihrer körperlichen Fitness nicht gezwungen wären, auf Reisen zu verzichten, bleiben zu Hause und werden vom aktiven Leben ausgeschlossen.

Aufklärung der Reiseveranstalter

Deshalb betont die Initiative dazugeHÖREN: Reiseveranstalter und Mitreisende sollen Hörsystemträger unterstützen. Schon bei der Buchung einer Reise müssen Kunden auf besondere Bedürfnisse wie Hörminderung hinweisen, der Reiseveranstalter dementsprechend Service orientiert reagieren, da das Thema Schwerhörigkeit in Österreich nach wie vor ein Tabu ist. Noch fehlen umfassende Aufklärung sowie Informationsstellen für Reiseveranstalter und Betroffene.

Lösungen mit Induktiven Höranlagen und FM-Technologie

Probleme ergeben sich schon bei Antritt der Reise, denn besonders am Flughafen ist der Umgebungslärm groß und das Verstehen ist oft sogar für Menschen ohne Hörsystem schwierig. Auch in Reisebussen stellen Akustik und Verkehrslärm besonders für Träger von Hörsystemen ein Hindernis dar. Bereits spezifische technische Vorrichtungen ermöglichen Trägern von Hörsystemen ein problemloses Verstehen. Während ohne Induktive Höranlage Menschen mit Hörminderung nur die ersten zwei Sitzreihen benutzen konnten, so erstreckt sich der Hörbereich nun fast bin in die hintersten Reihen. FM-Systeme hingegen funktionieren wie eine Art Walkman auf eine Distanz von bis zu 20 Meter und ist eine kostengünstigere Möglichkeit Busse und Flugzeuge "Hörsysteme-fit" zu machen. Weiters fordert dazugeHÖREN: Die ersten zwei Sitzreihen müssen klar für Menschen mit Hörminderung reserviert sein.

Reiseapotheke für Menschen mit Hörminderung

Vor jeder Reise sollte ein Besuch beim HNO-Arzt und im Hörsystem-Fachgeschäft stehen. Nicht nur Verbandszeug, Reisepflaster und Medikamente gegen Durchfall gehören in die Reiseapotheke. Menschen, die ein Hörsystem haben, sollten auf die Reise unbedingt Reservebatterien sowie Trockenbeutel und Trockenmittel mitnehmen. Auch dichte Plastikbeutel bzw. verschließbare Behälter, um die empfindlichen Hörsysteme auch am Strand, im Regen oder in feuchten Tropen zu schützen, gehören zur Basisausstattung. Auch einfache Mittel wie Papier und Bleistift erleichtern in vielen Lebenslagen das Verstehen. Ein rechtzeitiges Eintreffen auf Bahnhöfen oder Flughäfen ist ebenso wichtig und hilft Stress zu vermeiden.

dazugeHÖREN

Die Initiative dazugeHÖREN ist eine Plattform, die sich seit April 2002 um die Anliegen von Menschen mit Hörminderung kümmert. Die Initiative ist einerseits eine Selbsthilfegruppe, bei der Menschen mit Hörminderung ihre guten und schlechten Erfahrungen austauschen können. Sie will aber andererseits auch helfen, die Verständigung zwischen Ärzten und Betroffenen zu verbessern.

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