ÖAMTC-Test: Die Sicherheit von Cabrios beim Überschlag

Drei Modelle im Rollover-Test - Nur eines steigt gut aus

Wien (ÖAMTC-Presse) - Mit offenem Verdeck durch den Sommer zu fahren, ist für Cabriofahrer ein besonderes Lebensgefühl. "Keine Glückssache darf aber beim Fahren ohne Verdeck die Sicherheit sein", sagt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. "Das Risiko, bei einem Überschlag schwere oder tödliche Kopfverletzungen davon zu tragen, ist in vielen Fahrzeugen groß." Der ÖAMTC hat mit seinen Schwesterclubs bei einem Überschlagstest an drei Modellen untersucht, welchen Insassenschutz Cabrios bieten. Beim Rollover gab es für das VW Beetle-Cabrio das beste Ergebnis, Schwächen offenbarten sich beim Opel Astra, sogar gravierende Sicherheitsmängel beim Mazda MX5.

Schon bei einem 1994 durchgeführten Cabrio-Überschlagstest fanden die Tester große Sicherheitsmankos. Der Überlebensraum im Fahrzeug erwies sich damals als drastisch eingeschränkt, weil sicherheitsrelevante Bauteile wie die A-Säulen (jene Streben, die die Windschutzscheibe halten) völlig versagten. Ziel der neuen Testserie war es, die Wirkung der auf dem heutigen Markt angebotenen Schutzsysteme - aktiv, passiv, verstärkte A-Säulen - zu zeigen. Bewertet wurden die Kopfbelastung (u.a. der Kontakt mit Fahrbahn und Fahrzeugteilen) und der Überlebensraum von zwei unterschiedlich großen Dummys.

Gut geschützt im Beetle-Cabrio, nur mangelhaft im Mazda MX5

Bei allen drei getesteten Fahrzeugen ist der A-Säulen Bereich verstärkt. Der VW Beetle verfügt zusätzlich über ein aktives Überrollschutz-System, das sich hinter der Rücksitzlehne befindet. Ein Sensor ermittelt dabei die Gefahr eines möglichen Überschlages und löst im Notfall das Schutzsystem aus. Dabei schnellen zwei Stützprofile hoch und sichern den Innenraum ab. Das Beetle-Cabrio erreichte ein insgesamt gutes Ergebnis. Auf den Frontsitzen sind Kopfbelastung und Überlebensraum befriedigend, auf den Rücksitzen sogar sehr gut. Die robusten Stützprofile an den Rücksitzen lösen rechtzeitig und deutlich vor dem ersten Dachaufschlag aus. In der gesamten Überrollphase bleiben die A-Säulen formstabil. Bei den Passagieren auf der Rückbank gibt es keine Bodenberührung, der Kopf des Beifahrers hingegen berührt den Boden leicht.

Der Opel Astra hat ein passives Überroll-Schutzsystem in Form von zwei verstärkten Bügeln, die sich hinter den Kopfstützen der Rücksitze befinden. Der Überlebensraum ist bei einem Überschlag auf den Frontsitzen ausreichend, auf den Rücksitzen aber nur mangelhaft. Der Astra rollt über die Frontpartie ab, weil sein Schwerpunkt weit vorne liegt. Das bewirkt, dass trotz Kopfkontakt die Belastungen vorne niedrig bleiben. Die fest eingebauten Kopfstützenbügel sind aber einfach zu niedrig, um die hinten Sitzenden gut zu schützen: Die Köpfe ragen zu weit aus dem Auto - was sich schlimm auswirkt, wenn das Auto über das Heck abrollt.

Beim Mazda MX5 - einem Zweisitzer - lautete das Testurteil insgesamt nur auf "mangelhaft". "Die A-Säulen erweisen sich als nicht formstabil, somit ist der Überlebensraum für Insassen nicht ausreichend", kritisiert Lang, "der Kopf des Beifahrer-Dummys trifft beim Überschlag stark auf dem Boden auf." Überroll-Schutzsystem bietet der Mazda keines.

Fazit: "Der VW Beetle als Vertreter der Cabrios mit formstabilen A-Säulen und aktivem Überroll-Schutzsystem hinten bietet den Insassen einen insgesamt guten Schutz beim Überschlag", fasst ÖAMTC-Experte Max Lang das Ergebnis zusammen. Befriedigend bis ausreichend ist der Insassenschutz im Opel Astra, ein Vertreter der Cabrios mit formstabilen A-Säulen und passivem Überroll-Schutzsystem. Nur mangelhaft geschützt sind die Passagiere im Mazda MX 5, der keine wirklich formstabilen A-Säulen und auch keinen Überrollschutz hat.

"Alle neu auf den Markt kommenden Cabrios müssen mit formstabilen A-Säulen ausgestattet sein", fordert der ÖAMTC-Cheftechniker von der Herstellerindustrie. Robuste Überroll-Schutzsysteme sollen zur Standardausrüstung gehören. Wichtig ist hier, dass die Bügel auch großgewachsenen Menschen - mit einer Größe von zumindest 185 cm - die Möglichkeit bieten, sicher geschützt unterwegs zu sein."

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Fotomaterial zum Cabrio-Überschlagstest findet sich im ÖAMTC-Foto-Service, abrufbar auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/presse/.

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