Radioaktives Material in Brigittenauer Hausmüll unsachgemäß entsorgt

Müllaufleger der MA 48 möglicherweise durch Jod 131 kontaminiert

Wien, 30.6. (OTS) - Montag Nachmittag ist ein Müllentsorgungsfahrzeug der MA 48 mit radioaktivem Jod 131 in Berührung gekommen. Im Zuge der Entsorgungsfahrt im 20. Bezirk dürfte das bei Schilddrüsenkrebserkrankung als Therapie eingesetzte Jod 131 aufgeladen worden sein. Nach Angaben der MA 15 wurde bei der Einfahrt ins Müllbehandlungs-Zelt in der Donaustadt eine leicht überhöhte Strahlung gemessen. Eine nähere Untersuchung durch Spezialisten des Austrian Research Centers Seibersdorf ergab die Existenz von Jod 131 in unbestimmter Menge. Dieses wurde mit dem Restmüll vor dem Abfallbehandlungs - Anlage gesichert.

Die vier Müllaufleger werden derzeit im AKH untersucht

Ob und wie stark die mitgefahrene Besatzung des Müllfahrzeugs mit dem radioaktiven Material in Berührung gekommen ist, wird derzeit im AKH untersucht. Der Fahrzeug-Lenker wurde nicht kontaminiert, das Fahrzeug selbst ist auch nicht verstrahlt. Das haben die Messungen der Seibersdorfer Spezialisten und die Spür - Trupps der Wiener Berufsfeuerwehr eruiert. Wie das Wr. Gesundheitsamt gegenüber der Rathauskorrespondenz angegeben hat, handelt es sich bei Jod 131 um keine Substanz, die zu einer klassischen Strahlenerkrankung führen könnte. Vielmehr bestünde die theoretische Gefahr einer Krebserkrankung der Schilddrüse, sofern man Jod 131 direkt inhalierte, sagte der Dienst habende Arzt der MA 15.

Zwt.: Rätsel um Herkunft des gefährlichen Gutes

Woher der Sondermüll, der normalerweise per Sondertransport in Seibersdorf zu entsorgen ist, stammt, wird durch die Kriminalpolizei erhoben. Eine erste Untersuchung noch am späten Nachmittag in Seibersdorf ergab: das weg geworfene Jod stammt aus Spitalsabfall. Irgendwo auf Strecke Wallensteinstraße - Wallensteinplatzes in der Brigittenau dürfte dieser gefährliche Müll unsachgemäß entsorgt worden sein, vermutet die MA 48. Der Rest des Sondermülls befindet sich derzeit in der Müllbehandlungsanlage in der Percostraße im 22. Bezirk. Dieser wird in Kürze in einen luftdichten Container verfrachtet und ordnungsgemäß gelagert bzw. entsorgt ( Schluss ) hl

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