ORF und Wiener Philharmoniker verlängern Neujahrskonzert-Vertrag

Weltweite Hörfunk-, Fernseh- und DVD-Rechte für ORF bis inklusive 2008 gesichert

Wien (OTS) - Der ORF und die Wiener Philharmoniker haben den
Vertrag über die Zusammenarbeit beim "Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker" auf fünf weitere Jahre verlängert: Der ORF sichert sich damit die weltweiten Hörfunk- und Fernsehrechte sowie die DVD-Rechte für die Neujahrskonzerte bis inklusive 1. Jänner 2008. ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner und der Vorstand der Wiener Philharmoniker, Dr. Clemens Hellsberg, unterzeichneten heute, Montag, den 30. Juni 2003, den Vertrag in Anwesenheit von ORF-Programmdirektor Dr. Reinhard Scolik, ORF-Hörfunkdirektor Mag. Kurt Rammerstorfer, ORF-Chefproducer Dr. Erich Feichtenschlager und der "Neujahrskonzert"-Sendungsverantwortlichen Dr. Heidelinde Rudy.

Generaldirektorin Lindner: "Erfolgsgeschichte fortschreiben"

"Seit 44 Jahren überträgt der ORF das 'Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker' in alle Welt. Es ist dies Österreichs wohl sympathischster und klangvollster Beitrag zum Thema Globalisierung -sowohl in kultureller wie imagebildender Hinsicht. Der nun vorliegende Vertrag garantiert, dass wir diese Erfolgsgeschichte auch in den kommenden fünf Jahren fortschreiben können. Mein besonderer Dank gilt dabei den Wiener Philharmonikern, die sich einmal mehr als kompetente und zuverlässige Partner erwiesen haben", sagte ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner.

Philharmoniker-Vorstand Hellsberg: "ORF unterstreicht den Stellenwert der österreichischen Musik in einzigartiger Weise"

Philharmoniker-Vorstand Dr. Clemens Hellsberg sagte: "Es ist in mittlerweile 44 Jahren dem ORF gelungen, mit dem Neujahrskonzert nicht nur ein Produkt aus dem Kulturbereich international prominentest zu platzieren, sondern auch den Stellenwert der österreichischen Musik in einzigartiger Weise zu unterstreichen. Wir sind glücklich und dankbar über diese lange, erfolgreiche Zusammenarbeit. Was mich besonders freut, ist der Umstand, dass beide Institutionen - gestützt auf die gemeinsamen Erfolge - jetzt im Begriff sind, etwas zu versuchen, was für Kultur essenziell ist, nämlich langfristige Perspektiven, also Projekte über das Neujahrskonzert hinaus."

Programmdirektor Scolik: "Neujahrskonzert ist die beste Gelegenheit, österreichische Kunst auf höchstem Niveau zu exportieren"

ORF-Programmdirektor Dr. Reinhard Scolik schloss sich Lindners Dank an: "Die Wiener Philharmoniker sind eine österreichische Institution von Weltgeltung. Es ist für den ORF eine große Freude, seinen Beitrag zum Weltruf dieses Ausnahmeorchesters leisten zu können. Das Neujahrskonzert ist die beste Gelegenheit, österreichische Kunst auf höchstem Niveau zu exportieren."

Hörfunkdirektor Rammerstorfer: "Bin glücklich, den Menschen den ersten Walzer des neuen Jahres schenken zu können"

"Neujahr und Konzert sind in Österreich zwei Begriffe, die man nicht getrennt lassen kann. Das Neujahrskonzert aus dem Radio ist seit Jahrzehnten akustischer Hintergrund zahlloser privater Jahresbeginne und Katerfrühstücke. Und zwar weltweit. 34 Stationen in 26 Ländern rund um den Globus lassen sich dieses Konzertereignis nicht entgehen und übernehmen unsere Übertragung. Als Hörfunkdirektor bin ich glücklich darüber, dass wir den Menschen den ersten Walzer des neuen Jahres schenken dürfen. Auch in den kommenden Jahren. Und hoffentlich noch viel länger", sagte ORF-Hörfunkdirektor Mag. Kurt Rammerstorfer.

Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker: Fast 53 Millionen waren 2003 dabei

Bis zu 1,138 Millionen Zuseherinnen und Zuseher sahen am Mittwoch, dem 1. Jänner 2003, die Live-Übertragung des "Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker", das zum zweiten Mal von Nikolaus Harnoncourt geleitet wurde. Die ORF-Koproduktion mit dem ZDF und dem japanischen Fernsehen NHK wurde unter anderem auch von Australien, Chile, Russland, Indien, den USA und Japan übernommen.

Insgesamt haben heuer 52.751.000 Zuschauer in 41 Ländern weltweit das Neujahrskonzert im TV mitverfolgt. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2002 (+4,451 Mio.). Die diesjährigen Spitzenländer waren China (14 Mio.), Italien (6,0 Mio.), Japan (3,5 Mio.) und Deutschland (2,7 Mio.).

Ein Stück österreichischer TV-Geschichte

Seit 1959 wird das "Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker" auch via Fernsehen übertragen und die Wiener Veranstaltung hat sich zum spektakulären TV-Ereignis entwickelt. Seit 1984 wird diese Wiener Tradition in Japan ausgestrahlt, seit 1985 überträgt WNET/PBS das Ereignis nach Amerika, seit 1987 übernimmt China das Konzert der Wiener Philharmoniker - seit 1988 sogar live. War bis 1990 nur der zweite Teil des Neujahrskonzerts im Fernsehen zu sehen, werden seit 1991 beide Teile ausgestrahlt. Seit 2000 ist auch Australien live dabei. Insgesamt übertragen mehr als 40 Länder das "Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker".

Die Erfolgsgeschichte des Neujahrskonzerts

1939 verzeichnen die Annalen der Wiener Philharmoniker den entscheidenden Schritt zur Gründung des Neujahrskonzerts. Am Vormittag des 31. Dezember dirigierte Clemens Krauss im Großen Musikvereinssaal in Wien das "Erste außerordentliche Strauß-Konzert" der Wiener Philharmoniker mit Werken von Johann und Josef Strauß. Das nächste Konzert dieser Art fand dann nicht mehr zu Silvester, sondern am Neujahrstag statt - am 1. Jänner 1941 leitete Clemens Krauss das erste "Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker". Clemens Krauss darf also das eigentliche Verdienst bei der Gründung des Neujahrskonzerts für sich beanspruchen.

Von 1942 bis 1944 wurde ihm vom Orchester die Leitung der Neujahrskonzerte übergeben. 1945 musste es entfallen. 1946 wurde die Tradition unter Josef Krips wieder aufgenommen und ab 1947 leitete neuerlich Clemens Krauss das alljährliche Neujahrskonzert.

In die Ära Krauss fiel auch die Wiedereinführung des Silvesterkonzerts im Jahre 1953, nunmehr als Voraufführung zum Hauptereignis des Neujahrstages. Clemens Krauss' Tod im Mai 1954 stellte die Philharmoniker vor ein großes Problem: Wer sollte nach Krauss die Tradition fortführen?

Der geeignete Mann fand sich in den eigenen Reihen: Willi Boskovsky, seit 1949 Erster Konzertmeister der Philharmoniker, übernahm auf Wunsch des Orchesters die Leitung des Neujahrskonzerts. Er verkörperte den Konzertmeister alter Prägung, wie er noch bei den Brüdern Strauß selbstverständlich gewesen war. Willi Boskovsky dirigierte genau 25 Neujahrskonzerte, ehe er 1979 seinem Publikum ein letztes Mal "Prosit Neujahr" wünschte, um aus gesundheitlichen Gründen die Leitung zurückzulegen. Das Orchester traf daraufhin seine Wahl wieder unter den bedeutenden Dirigenten des internationalen Musiklebens: Maestro Lorin Maazel übernahm die Leitung des Neujahrskonzerts von 1980 bis 1986.

Seit 1986/87 bevorzugen die Philharmoniker den Wechsel bei der Wahl der Neujahrskonzert-Dirigenten:

1987 Herbert von Karajan
1988 Claudio Abbado
1989 Carlos Kleiber
1990 Zubin Mehta
1991 Claudio Abbado
1992 Carlos Kleiber
1993 Riccardo Muti
1994 Lorin Maazel
1995 Zubin Mehta
1996 Lorin Maazel
1997 Riccardo Muti
1998 Zubin Mehta
1999 Lorin Maazel
2000 Riccardo Muti
2001 Nikolaus Harnoncourt
2002 Seiji Ozawa
2003 Nikolaus Harnoncourt
2004 Riccardo Muti

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