"profil": Ex-Polizeigeneral Schnabl kritisiert Personaleinsparungen bei der Exekutive

Macht Personalmangel für für gestiegene Kriminalität verantwortlich - schließt Rückkehr in die Exekutive nicht aus

Wien (OTS) - In einem Interview in der Monatg erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins kritisiert der frühere Wiener Polizeigeneral Franz Schnabl, der Anfang Juli als Chef für den Bereich Sicherheit und Revision in den Magna-Konzern wechselt, die Dienstpostenreduktionen bei der Exekutive. Schnabl führt die laut Kriminalitätsstatistik gestiegene Anzahl an angezeigten Strafdelikten und gleichzeitig gesunkene Aufklärungsquote auf Personalmangel in der Exekutive zurück. Schnabl: "Darüber entschieden wird politisch. Ich habe mich klipp und klar gegen eine Reduzierung von Dienstposten ausgesprochen und sogar eine Aufstockung beantragt. Passiert ist das Gegenteil. Der Apparat wurde um 500 Beamte und Beamtinnen abgespeckt." Seiner Einschätzung nach wird sich "der Trend fortsetzen".

Ende des Vorjahres war Schnabls bisherige Funktion neu ausgeschrieben worden. Obwohl Schnabl als Bester gereiht war, kam der VP-nahe Ernst Holzinger zum Zug. Was er darüber denkt, würde Schnabl Innenminister Ernst Strasser gerne "unter vier Augen" sagen, wenn dieser "den Mut dazu hätte". Seit September vorigen Jahres habe zwischen ihm und dem Minister kein persönliches Gespräch stattgefunden, "obwohl ich darum ersucht habe. Zuerst hat es geheißen, derzeit gibt es nichts zu besprechen. Und im Jänner hat es dann geheißen, jetzt gibt es nichts mehr zu besprechen."

Schnabl schließt eine spätere Rückkehr zur Exekutive nicht aus:
"Ich will die Brücken nicht völlig abreißen." Deshalb sei er aus der Exekutive nicht ausgetreten, sondern bloß "für fünf Jahre in Karenz gegangen", so Schnabl im "profil"-Interview. Eine "Funktion, die interessant ist und Perspektiven bietet", würde er in Zukunft gerne wieder antreten.

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