Andreas Rudas: "Das ist eine Hexenjagd"

Magna-Sprecher Rudas verspricht: Voest wird nicht zerteilt, nicht filetiert, es wird nicht abgebaut

Graz /Linz (OTS) - Magna-Sprecher Andreas Rudas nimmt in der Sonntags Rundschau erstmals für das Stronach-Imperium Stellung zu den Gerüchten einer Voest-Übernahme und einer anschließenden Zerteilung und Filetierung und bezeichnet das Ganze als "Hexenjagd".

Rundschau: In Oberösterreich herrscht Aufruhr. Die Leute sind beunruhigt, weil der Eindruck vorherrscht, Magna wolle die Voest kaufen, zerlegen und nur die Teile behalten, die dem Konzern ins Konzept passen.

Rudas: Ich weiß überhaupt nicht, wie man zu dieser Tartarenmeldung kommt. Ich kann mir nur vorstellen, dass es sehr klar motivierte Absichten einer bestimmten Gruppe gibt, die selber die Voest haben möchte. Magna hat kein Angebot gestellt, Magna hat nur eines klar gesagt: Auf Grund des österreichischen Übernahmegesetzes können wir keinen Kommentar abgeben, weil jede inhaltliche Aussage rechtliche Auflagen zur Folge hätte.

RS: So wie Sie das darstellen, könnte man also von einer Hexenjagd sprechen, die über Magna hereingebrochen ist.

Rudas: Ich muss sagen, dass es in einem gewissen Ausmaß eine Hexenjagd ist, ja!

RS: Legen Sie ein Angebot?

Rudas: Ich kann heute zu dieser inhaltlichen Frage keine Stellungnahme abgeben. Ich kann nur die Philosophie von Magna offenlegen. Magna zerteilt nicht, Magna filetiert nicht, Magna baut nicht ab. Ganz im Gegenteil: Magna ist ein Unternehmen, das aufbaut, weiterentwickelt.

RS: Sie sehen doch die Voest als Konkurrenten, der durch eine Übernahme aus dem Weg geräumt werden könnte.

Rudas: Die Marktanteile von der Voest bzw. der Magna sind auf diesem Gebiet voneinander unabhängig ausbaubar. Das heißt, hier gibt es kein Konkurrenzverhältnis.

RS: Jetzt gibt es ja nicht nur Widerstände seitens der Politik und der Medien. Auch Voest-Boss Struzl hat ja sicher Argumente, dass er sagt: Ich bevorzuge eine oberösterreichische Lösung und lehne Magna ab.
Rudas: Ich habe in dieser Hinsicht eine sehr, sehr große Sorge und die österreichische Industriegeschichte zeigt, dass diese Sorge berechtigt ist.Die Tatsache, dass ein Unternehmen jetzt gut wirtschaftet und Gewinne erzielt und dass dieses funktionierende Unternehmen sozusagen eine rein oberösterreichische Kernaktionärsgruppe hat, ist keine Garantie für eine langfristige Sicherung.

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